Handball

Erneuter Rückschlag für TV Hüttenbeg

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Der TV Hüttenberg findet beim 20:22 in der 2. Handball-Bundesliga gegen den VfL Eintracht Hagen keine Lösungen und muss eine Niederlage einstecken.

Der TV 05/07 Hüttenberg gibt in der 2. Handball-Bundesliga weiter Rätsel auf. Nach einer abermals über weite Strecken erschreckend schwachen Vorstellung musste man am Samstagabend beim 20:22 (8:11) den abstiegsbedrohten Gästen vom VfL Eintracht Hagen beide Punkte überlassen. Zwar war die Personalnot groß. Doch darauf alleine ist dieser Auftritt nicht zu reduzieren.

So waren spätestens Mitte der zweiten Halbzeit zum Teil lautstarke Unmutsäußerungen von den Rängen zu vernehmen. Und das zu Recht, steuerte man doch zu diesem Zeitpunkt beim 12:19 durch Sören Kress, der seinen von der Latte zurückprallenden Siebenmeter doch noch an Nikolai Weber vorbei im Netz unterbrachte, einem Debakel entgegen. Nur zwölf Tore nach 45 Minuten! Ein Armutszeugnis für den Angriff, in dem vieles Stückwerk blieb, kein Zug zum Tor zu erkennen war. So hatte es auch Abwehrchef Moritz Zörb gesehen, der sich direkt nach dem Abpfiff damit schwer tat, die vorherigen 60 Minuten in Worte zu fassen. "Wir spielen nicht das, was wir uns vorgenommen haben und rennen uns vorne nur fest. Die Abwehr war ganz okay, auch wenn es auch da sicher noch besser geht."

Natürlich war die Ausgangslage durch die längerfristigen Ausfälle von Torwart Fabian Schomburg, Kapitän Mario Fernandes und Linkshänder Ragnar Jóhannsson alles andere als gut. Zumal sich dazu noch Mittelmann Björn Zintel gesellte, der im Abschlusstraining umgeknickt war und den Kader damit auf nur noch zehn Spieler reduzierte. Nach-wuchsakteure füllten das Aufgebot auf. Dennoch dürfen die Anhänger ein anderes Auftreten ihrer Mannschaft erwartet haben. Bereits im ersten Angriff zog zwar Dieudonné Mubenzem, der wegen muskulärer Probleme die ganze Woche nicht trainiert hatte, mit einer seiner seltenen guten Aktionen einen Siebenmeter. Doch Markus Stegefelt scheiterte an Gäste-Keeper Nils Dresrüsse. Es schien, als ob damit bereits das gesamte Selbstvertrauen des Schweden aufgebraucht war, der in der Folgezeit nur zu einem Treffer kam.

Zwar konnte Tobias Hahn, am Samstag bester Werfer seiner Mannschaft, in der 9. Minute noch einmal zur 4:3-Führung einwerfen. Doch vergab der TVH durch zwei Ungenauigkeiten im Umschaltspiel einen höheren Vorsprung leichtfertig. So drehte Hagen das Spiel und profitierte auch davon, dass die Blau-Weiß-Roten unter anderem eine doppelte Überzahl fahrlässig nicht nutzte, da zuerst Tomáš Sklenák den Ball verlor und danach Mubenzem frei vor dem Keeper an diesem scheiterte. So verwunderte der 8:11-Rückstand zur Pause nicht.

Doch nach Wiederbeginn wurde es nicht besser, sondern noch schlimmer. Das ganze gipfelte im bereits erwähnten deutlichen Rückstand nach einer dreiviertel Stunde. TVH-Trainer Emir Kurtagic versuchte in seiner Not, Daniel Wernig und später Tobias Hahn auf der ungewohnten halbrechten Rückraumposition einzusetzen. Auch auf halblinks wechselten sich Stegefelt und der anfangs der Woche noch kranke Johannes Klein ab, der nach etlichen Fehlern zum Ende hin noch seinen Anteil daran hatte, dass die Hausherren das Ergebnis zum 20:22-Endstand wenigstens noch etwas freundlicher gestalten konnten.

Ein sichtlich angefressener Emir Kurtagic war schließlich ratlos. "Ausfälle hin oder her – die haben andere auch. Wir haben sehr schlecht gespielt. Ich habe aktuell keine Erklärung für die Verunsicherung einiger Spieler. Ich muss mich bei den Fans entschuldigen für dieses Spiel. Jetzt müssen wir schnell den Kopf hoch bekommen, denn am Mittwoch steht schon in Großwallstadt ein ähnliches Spiel wie heute gegen eine Mannschaft an, die unten steht."

Der TVH muss schnellstens den Schalter umlegen, denn sonst droht auch ihm wieder das Abrutschen in die Nähe der Abstiegsplätze.

TV 05/07 Hüttenberg: Lorenz, Weber; Fuß, Uth, Sklenák (3), Belter, Lambrecht, Wernig (1), Rompf (1), Zörb (4), Stegefelt (1), Mubenzem, Hahn (8/4), Klein (2).

Eintracht Hagen: Dresrüsse, Mossuto, Brand, Kress (6/2), Dell, Tubic (2), Pröhl, Renninger, Waldhof, Gaubatz (8), Bornemann, Mestrum (3), Stefan (2), Toromanovic (1).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Lier/Lier (Stuttgart). – Zuschauer: 1107. – Zeitstrafen: 4:8 Minuten. – Siebenmeter: 5/4:3/2.

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