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Im Duell der Erstliga-Absteiger, die beide hinter den Saisonerwartungen zurückgeblieben sind, empfangen Tomas Sklenak (Mitte) und der TV 05/07 Hüttenberg am Samstag den TuS N-Lübbecke.

TV 05/07 Hüttenberg

Duell der Enttäuschten

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Ein Herz für alle Fußballfans zeigt am Samstag Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg. Denn aufgrund des DFB-Pokal-Finales ist der Anwurf der Partie gegen den TuS N-Lübbecke bereits um 18 Uhr.

Der Interessierte kann also direkt aus dem Sportzentrum Hüttenberg durchstarten und sich anschließend das Endspiel um den DFB-Pokal ansehen.

Die Erwartungen- Die beiden letztjährigen Erstliga-Absteiger stehen sicherlich nicht dort, wo man sich selbst gerne sehen würde. Der TuS war vor zwei Jahren als souveräner Meister mit dem TVH aufgestiegen und war vor dieser Saison der Favorit auf die direkte Rückkehr in die Beletage. Doch mit Rang sechs, 13 Punkte hinter den Aufstiegsplätzen, ist dieses Ziel schon lange aus den Augen geraten. Der TV Hüttenberg hat zwar nie Aufstiegsambitionen geäußert. Mehr als Platz zehn mit ausgeglichenem Punktekonto (35:35) hat man aber auch in Mittelhessen erhofft.

Der Gegner- Die Gäste haben aus den nicht erfüllten Hoffnungen schon früh ihre Konsequenzen gezogen. Bereits vor einem halben Jahr wurde Trainer Aaron Ziercke mitgeteilt, dass sein Vertrag zum Saisonende nicht verlängert wird. Doch bereits Mitte März trennte man sich von dem Ex-Nationalspieler wegen "unüberbrückbarer Differenzen mit der Mannschaft" (TuS-Pressemitteilung). Nachfolger im Sommer wird bekanntlich der aktuelle TVH-Coach Emir Kurtagic. So richtig befreit wirkt das TuS-Team aber nicht. In den letzten fünf Spielen gelang nur ein alles andere als souveräner 35:29-Sieg bei Absteiger HC Rhein Vikings. Die letzten beiden Spiele zu Hause gegen Rimpar und bei Aufstiegsaspirant HSG Nordhorn-Lingen wurden deutlich verloren. Wobei man in Nordhorn gerade einmal 15 Tore erzielen konnte. Da darf man gespannt sein, ob die TuS-Akteure sich unter den Augen ihres zukünftigen Trainers anders präsentieren und für Einsatzzeiten in der kommenden Saison empfehlen werden.

Der TVH- Auf der Zielgeraden der Saison lassen sich die Blau-Weiß-Roten, obwohl es um nichts mehr geht, nicht hängen, sondern beweisen Moral und Einstellung. Souverän löste man die Muss-Aufgabe bei Absteiger HC Rhein Vikings am Vorwochenende. Wobei sich Kurtagic erlauben konnte, seine Leistungsträger über weite Strecken zu schonen. Linkshänder Ragnar Jóhannsson zum Beispiel hatte bereits in der 23. Minute sein Tagewerk beendet. Natürlich war die Begegnung vor einer Woche kein Gradmesser. Doch 20 Tore in der ersten Halbzeit bei nur 24 Versuchen (83 Prozent Trefferquote) muss man trotzdem erst einmal schaffen. Seit vier Spielen ist der TVH nun ungeschlagen und will diese Serie weiter ausbauen, auch wenn eine Verbessrung in der Tabelle wohl nicht mehr machbar ist.

Emir Kurtagic- Der 38-Jährige hat am Samstag natürlich die allerbeste Gelegenheit, einen Großteil seiner zukünftigen Mannschaft aus nächster Nähe zu beobachten. Dennoch stellt er klar. "Ich habe beim TVH Vertrag bis zum 30. Juni und bin Angestellter des Vereins. Daher bin ich voll auf uns fokussiert." Dennoch muss er schmunzeln. "Klar werden sie kämpfen. Aber bestimmt nicht wegen mir. Sondern in erster Linie für ihren Verein und weil sie die letzten beiden Spiele vergessen machen und sich anders präsentieren wollen. Deshalb sind sie ein noch gefährlicherer - weil angeschlagener - Gegner." Zumal der TVH-Coach auch noch um einen weiteren Leistungsträger bangen muss. "Markus Stegefelt hat Probleme mit dem Ellenbogen und muss ins MRT", sagt Kurtagic. "Sein Ausfall wäre ein herber Rückschlag. Das wäre der dritte Mitte-Deckungsspieler, der uns wegbricht", so der Coach. Um aber kämpferisch nachzuschieben: "Die Herausforderungen werden nicht geringer."

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