Digitaler Trainingsassistent

  • Markus Konle
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Mit der neuen App "Fit4Handball" wird der Trainingsplan digital. Die Smartphone-Anwendung richtet sich vor allem an Nachwuchsspieler und ihre Trainer. Entwickelt wurde sie an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die App bietet viel, kostet nichts und ist nicht nur für Handballer interessant.

Mit einer Frage von Arno Jung an Prof. Thomas Friedl vom Fachbereich Gesundheit fing alles an. "Du bist doch bei der THM. Kannst du nicht mal ein bisschen Webspace für ein paar Spielvideos zur Verfügung stellen?" Eineinhalb Jahre später präsentierte der Hüttenberger Friedl ein Ergebnis, das mit Speicherplatz im Internet nichts zu tun hat – die kostenlose App "Fit4Handball". Entwickelt wurde der digitale Trainingsassistent von zehn Studenten der THM, Kooperationspartner sind der Deutsche Handball-Bund und die AOK.

"Wir wollen mit der App vor allem die Trainer erreichen und darüber dann die Spielerinnen und Spieler", sagte Projektleiter Friedl am Donnerstag. Er war selbst viele Jahre aktiver Handballer (u. a. Ende der 80er Jahre Zweitliga-Spieler in Hüttenberg) und möchte mit der Anwendung auch für den Studiengang Medizinische Informatik werben. Nach Jungs Frage entwickelte er beim Joggen die Idee, schrieb das Konzept – und machte sich an die Umsetzung. Einen Mitstreiter fand er in dem Langgönser Jugend-Bundestrainer Jochen Beppler, in der AOK einen weiteren Unterstützer. Der Krankenversicherer, der sich als Sponsor ohnehin im Handball engagiert, übernahm die Finanzierung – weil er die Anwendung als Prävention betrachtet.

"Es geht auch darum, Kinder und Jugendliche in Bewegung zu bringen", sagte Holger Lang-Zöller von der AOK Hessen.

Mitgearbeitet an der Anwendung haben 20 Frauen und Männer – einige aus der mittelhessischen Handball-Szene. Neben Beppler beispielsweise Marco Kettrukat, der Teamarzt der HSG Wetzlar. Das Übungs- und Trainingskonzept hat die Wetzlarer Sportwissenschaftlerin Stefanie Meyer entwickelt.

"Man kann einen Trainingsplan für ein Team erstellen, oder für einen einzelne Spieler, die nach einer Pause wieder herankommen müssen", brachte Beppler die Vorteile der App auf den Punkt. Der Clou: Ein Coach kann einen Trainingsplan, den er für sein Team erstellt hat, auch per E-Mail versenden. "Als DHB haben wir auch eine Verantwortung für die Breite. Die App ist ein guter Weg, auch, um den Trainern etwas an die Hand zu geben", sagte Beppler.

Die Anwendung bietet mehr als 30 Übungen, die in vier Bereiche untergliedert sind: Warm-ups, Schulter/Brustwirbelsäule, Fuß/Knie und Rumpf/Hüfte. Die Übungen, die alle ohne Zusatzgeräte ausgeführt werden können, drehen sich um die körperlichen Voraussetzungen der Sportler, nicht um die Spieltechnik. Die Übungen werden erklärt, zudem zeigen Videos die korrekte Ausführung – als Hauptdarsteller für die Filme wurden Moritz Lambrecht, Kreisläufer beim Zweitliga-Spitzenreiter TV 05/07 Hüttenberg und als THM-Student an der Entwicklung beteiligt, sowie die Nationalspieler Paul Drux (Berlin) und Emily Bölk (Buxtehude) gewonnen.

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