12. Januar 2019, 16:55 Uhr

Hin und Her um Funkel-Vertrag sorgt für Wirbel

Die Clubführung von Fortuna Düsseldorf hat mit dem Hin und Her um die Vertragsverlängerung mit Trainer Funkel für Wirbel gesorgt. Vorstandschef Schäfer will nun doch in weiteren Gesprächen mit dem beliebten Fußball-Lehrer eine Einigung finden.
12. Januar 2019, 16:55 Uhr
Es ist wieder alles offen für Trainer Friedhelm Funkel bei Fortuna Düsseldof. (Foto: Federico Gambarini)

Eine Posse um die Vertragsgespräche mit Trainer Friedhelm Funkel hat beim Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf für großen Wirbel gesorgt.

Die am Freitag überraschend verkündete Trennung vom beliebten Fußball-Lehrer zum Saisonende nahm der Aufsteiger nicht einmal 24 Stunden später kurz vor der Abreise aus dem Trainingslager im spanischen Marbella wieder zurück. Nach Informationen der «Rheinischen Post» läuft nun doch alles auf eine vorzeitige Verlängerung des Vertrages um ein Jahr im Falle des Klassenerhalts hinaus - wie von Funkel selbst vorgeschlagen.

Diese Wende hatte sich schon am Freitagabend, am Ende eines turbulenten Tages, angekündigt. «Dass die Gespräche zwischen Trainer und Vorstand eine solche Dynamik bekommen haben, hat uns im Aufsichtsrat überrascht», sagte Aufsichtsratschef Reinhold Ernst der «Westdeutschen Zeitung». «Daher regen wir an, dass wir untereinander noch einmal sprechen.» Diesen Faden nahmen Fortunas Vorstandschef Robert Schäfer und Friedhelm Funkel auf. «Wir haben uns gestern Abend noch einmal zusammengesetzt, um in Ruhe über alles zu reden», erklärten Schäfer und Funkel in einer Clubmitteilung am Samstag. «Dabei ist uns bewusst geworden, dass zwei Dickköpfe zu sehr auf ihren Positionen beharrt haben. Das war ein Fehler. Im Interesse von Fortuna Düsseldorf werden wir gemeinsam diesen Fehler korrigieren.»

Schäfer und Funkel wollen laut Mitteilung die Gespräche in der kommenden Woche wieder aufnehmen. Ziel sei es, «noch vor dem Spiel gegen den FC Augsburg eine Einigung zu erzielen». Die Fortuna tritt am kommenden Samstag in Augsburg an. Zuvor ist der Aufsteiger am morgigen Sonntag Gastgeber beim Telekom Cup mit Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC. Die Stimmung unter den Fans in der Arena könnte brisant werden.

Das Hin und Her um Funkel sorgte bereits für heftige Reaktionen in den sozialen Netzwerken, in zwei Online-Petitionen machten sich mehr als 12 000 Anhänger für einen Verbleib von Funkel stark. Bei der Ankunft der Mannschaft auf dem Flughafen Düsseldorf am Samstag feierten über 100 Fortuna-Fans Funkel mit Sprechchören. Der Trainer wirkte angespannt.

Bei den Zukunftsplanungen gab es offensichtlich unterschiedliche Auffassungen. Düsseldorfs Vorstandschef Schäfer und der neue Sportvorstand Lutz Pfannenstiel waren der Ansicht, dass man erst Gespräche führen wolle, wenn man im Verlauf der Rückrunde absehen könne, wohin der Weg der Fortuna führe. Das sei laut Schäfer kein Misstrauensvotum gegen Funkel. «In diesem Jahr gibt es eine andere Situation, da wir das kurzfristige Ziel des Klassenerhalts haben, was für Fortuna Düsseldorf von überragender Bedeutung ist», hatte Schäfer gesagt.

Der 65-jährige Funkel sprach wiederum von einer großen Enttäuschung und bemängelte am Freitag im Trainingslager unter Tränen fehlendes «Vertrauen». Nach der offenbar voreilig verkündeten Trennung wurde bereits der erste mögliche Nachfolger für Funkel gehandelt. So sei der Österreicher Damir Canadi, der derzeit den griechischen Club Atromitos Athen trainiert, ein aussichtsreicher Kandidat.

Friedhelm Funkel gestand ein, «vielleicht ein wenig zu dickköpfig» gewesen zu sein. Er sehe nun «Möglichkeiten, alle Problemfelder zu lösen». Der derzeit älteste Bundesliga-Coach hatte die Fortuna im März 2016 in der 2. Bundesliga übernommen, vor dem Abstieg bewahrt und im vergangenen Sommer nach sechs Jahren wieder in die Bundesliga geführt. Derzeit stehen die Düsseldorfer auf Rang 14 und haben realistische Aussichten auf den Klassenverbleib.

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