Andreas Sander fährt beim Super-G von Kitzbühel als bester Deutscher auf Rang acht vor. FOTO: AFP
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Andreas Sander fährt beim Super-G von Kitzbühel als bester Deutscher auf Rang acht vor. FOTO: AFP

Tag der zweiten Reihe

Die Topfahrer Thomas Dreßen und Josef Ferstl enttäuschen beim Super-G in Kitzbühel, auch Viktoria Rebensburg findet weiter nicht in die Spur. Nur Andreas Sander und Kira Weidle überzeugen.

Thomas Dreßen war komplett bedient. Doch der Kitzbühel-Sieger schimpfte nach seiner völlig verpatzten Renn-Rückkehr auf die Streif nicht auf das Material oder die berühmt berüchtigte Piste, sondern nur auf sich selbst. "Einen Scheißdreck" sei er beim spektakulären Super-G in Österreichs Ski-Hochburg zusammengefahren, "einfach in der Weltgeschichte umeinander" und eben nicht auf der Ideallinie. Platz 17 war vor dem Abfahrtsklassiker am Samstag ein herber Dämpfer.

Den mussten auch der schwer geschlagene Vorjahressieger Josef Ferstl (Platz 36) und Viktoria Rebensburg (22.) bei der Abfahrt in Bansko hinnehmen, wo die beste deutsche Skirennläuferin 22. wurde. In die Weltspitze stießen einzig Andreas Sander und Kira Weidle mit guten achten Plätzen vor.

"Da waren wir jetzt mal nicht auf der Höhe der Zeit, das müssen wir ganz klar eingestehen", sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier über die Leistungen seiner Topfahrer in Kitzbühel. Sander, den bei seiner besten Saisonleistung 0,99 Sekunden von Triumphator Kjetil Jansrud trennten, nahm er aus: "Der Andi ist ein wirklich gutes Rennen gefahren."

Dreßen schüttelte nach seiner verkorksten Fahrt enttäuscht den Kopf. Schon beim Seidlalmsprung, wo es mehrere spektakuläre Stürze gab, sei er zu weit gesprungen, danach sei es "eine Kettenreaktion" gewesen. Bei der Anfahrt auf die Mutprobe Hausbergkante habe er sogar "schauen müssen, dass ich nicht in das Red-Bull-Transparent reinrausche". Nur das Schlussstück habe "gepasst".

Was das für das Saisonhighlight am Samstag (11.30 Uhr) bedeutet? "Heute ist Super-G gewesen, morgen ist Abfahrt", sagte Dreßen trotzig, "ich weiß auf alle Fälle, dass ich da schnell bin." In der Tat: 2018 hatte er auf der Streif sensationell triumphiert, nach seiner unfreiwilligen Pause 2019 wegen eines "Totalschadens" im Knie gehört der 26-Jährige diesmal wieder zu den Favoriten. "Wenn du hier schon mal gewonnen hast, weißt du, was zu tun ist", meinte Dreßen. Maier ergänzte, der schwache Super-G sei "kein Beinbruch - die Abfahrt ist seine Disziplin".

Während Dreßen schnell neuen Mut fasste, haderte Sander noch. "Eigentlich", sagte der 30-Jährige, müsse er "sehr, sehr happy sein", doch seine zerknirschte Miene verriet eine andere Gefühlslage. "Ein bisschen Ärger ist da, weil mehr dringewesen wäre", gestand Sander. Aber, das immerhin, die Platzierung sei "sehr, sehr gut".

Ganz anders Ferstl, der mit Startnummer 1 laut Maier "Kanonenfutter" war. Zu der ungünstigen Ausgangslage kam ein "Ausritt" bei der Einfahrt zur Traverse. "Ich habe gewusst: Scheiße, das war’s", sagte Ferstl (31) über seinen Patzer.

Weidle hatte beim 65. Weltcupsieg von Mikaela Shiffrin (USA) sogar die Chance aufs Podest, wäre ihr nicht ein kapitaler Fehler im Mittelteil passiert. "Es wäre noch mehr möglich gewesen, aber ich bin ganz happy", sagte die 23-Jährige.

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