LeBron James will das Finalturnier in Disney World spielen, andere NBA-Profis sind dagegen. FOTO: AFP
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LeBron James will das Finalturnier in Disney World spielen, andere NBA-Profis sind dagegen. FOTO: AFP

Zweifel mehren sich

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(sid). LeBron James schweigt gerade - zumindest, wenn es um Basketball geht. Umso lauter kämpft der Superstar der Los Angeles Lakers gegen Rassismus, erhebt seine Stimme auf Social Media ohne Unterlass im Sinne von "Black Lives Matter". Verständlicherweise kommt dabei die Debatte um den NBA-Restart etwas kurz. Doch auch die wird nun politisch. Spieler zweifeln mitunter stark am Micky-Maus-Turnier in Disney World. Nicht nur wegen Corona.

Viele Stars wie Kyrie Irving von den Brooklyn Nets fürchten, dass der NBA-Restart dem intensiv geführten Kampf gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit in den USA die Aufmerksamkeit nehmen könnte. Aus diesem Grund hatte Irving am vergangenen Freitag eine Telefonkonferenz mit rund 100 Kollegen organisiert. "Ich bin nicht dafür, nach Orlando zu gehen", soll der Vizepräsident der Spielergewerkschaft NBPA laut des Online-Portals "The Athletic" gesagt haben: "Der systematische Rassismus und der ganze Bullshit: Da ist was faul dran."

Wie James darüber denkt, ist nicht offiziell kommuniziert. Laut "The Athletic" soll er die Saison fortsetzen wollen, wenn es denn geht. In seiner Rolle als Aktivist sehe er sich dadurch nicht eingeschränkt. James’ Teamkollege Dwight Howard stimmte dem nicht zu. "Basketball oder Unterhaltung im Allgemeinen ist momentan nicht nötig und wäre nur eine Ablenkung."

Liga-Chef Adam Silver zeigte sich empfänglich für die Sorgen der Spieler. "Es ist keine ideale Situation", sagte er bei ESPN. Als erster Schritt ging am Dienstag ein Memo raus, das Unklarheiten in Bezug auf den Schutz vor dem Coronavirus ausräumen sollte. Darin steht auch, dass Profis, die dem am 31. Juli beginnenden Turnier fernbleiben, Gehaltseinbußen in Kauf nehmen müssen, sofern sie nicht als Ausnahme gelten.

Die NBPA und die Liga einigten sich demnach darauf, dass jene Spieler eine Kürzung von rund 1,1 Prozent pro verpasster Partie hinnehmen müssen, allerdings gelte eine Obergrenze von 14 Spielen. Befreit von dieser Regel seien "Geschützte Spieler", die als anfälliger für eine Infektion mit dem Coronavirus gelten, und "entschuldigte Spieler", die von einem Komitee als Risikogruppe erachtet werden. Zum Schutz vor Infektionen sieht die NBA im Memo sechs Phasen zum Restart vor, die zahlreiche Corona-Tests, die schrittweise Rückkehr ins Gruppentraining und den schlussendlichen Einstieg in den Spielbetrieb beinhalten. In Disney World sollen die 22 Mannschaften dann auf drei Hotels verteilt werden.

Maximilian Kleber hält den Restart-Plan für gut, auch wenn das Finalevent in der Massenquarantäne bis Oktober dauert. "Es gibt momentan Menschen, die viel mehr opfern müssen als wir Sportler. Von daher sollten wir uns nicht beklagen", sagte der Profi der Dallas Mavericks der "Sport Bild": "Außerdem gibt es schlimmere Orte auf der Welt als Disney World."

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