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Serena Williams (Bild) wirft Laura Siegemund raus.

Zverev zufrieden, Kerber frustriert

  • vonDPA
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(sid). Angelique Kerbers Augen verrieten ihren tiefen Frust, aufgewühlt knibbelte die deutsche Nummer eins an ihren Fingern und haderte mit ihrem Quarantäne-Schicksal. Beim Turnierauftakt zum Vergessen für das deutsche Frauentennis bei den Australian Open in Melbourne hatte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin die schmerzhafteste Niederlage erlitten.

Alexander Zverev machte es im modischen Muskelshirt besser.

»Es war nicht mein Tag«, sagte Kerber nach dem 0:6, 4:6 gegen die US-Amerikanerin Bernarda Pera und haderte mit den Umständen ihrer empfindlich gestörten Vorbereitung. 14 Tage lang hatte sie in Melbourne im Hotelzimmer festgesessen und einen Rückstand angehäuft, der sich nicht mehr aufholen ließ. »Ich suche nie nach Ausreden. Aber hier glaube ich, dass es der Grund war, weshalb ich im ersten Satz immer zu spät am Ball war«, sagte die Kielerin.

Mit hohen Erwartungen und Erinnerungen an ihren Triumph von 2016 hatte sie sich auf die Reise gemacht. Ein Corona-Infektionsfall auf ihrem Flug raubte ihr dann aber viele Chancen. »Wenn ich die wirkliche Situation vor meiner Reise gekannt hätte, hätte ich es mir womöglich zweimal überlegt, hierher zu kommen«, sagte die 33-Jährige frustriert: »Ich habe nicht den Rhythmus gespürt, den ich vorher hatte.«

Auch für Laura Siegemund, die 1:6, 1:6 gegen Superstar Serena Williams verlor, und Andrea Petkovic nach einer 3:6, 6:3, 4:6-Niederlage gegen die Tunesierin Ons Jabeur ist bereits Schluss. Zverev zerhackte nach anfänglichen Problemen gegen den US-Amerikaner Marcos Giron einen Schläger, berappelte sich dann aber und gewann 6:7 (8:10), 7:6 (7:5), 6:3, 6:2. »Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt. Aber das erste Match bei einem Grand Slam ist nie einfach«, sagte der 23 Jahre alte Hamburger, dessen leicht lädierter Rücken offenbar keine besondere Wärme braucht. Denn Zverev lief mit einem luftigen »Basketball«-Outfit ohne Ärmel auf. »Für mich ist es ganz cool«, sagte der Vorjahrs-Halbfinalist, der weiter seinen Traum von einem Grand-Slam-Titel verfolgt und nun auf Maxime Cressy (USA) trifft.

Cool erledigte auch Dominik Koepfer seinen Job gegen den Bolivianer Hugo Dellien mit 7:5, 6:2, 6:4. Der nächste Gegner des 26-Jährigen aus dem Schwarzwald hat es dann aber in sich: Koepfer bekommt es mit US-Open-Sieger Dominic Thiem zu tun. »Es ist natürlich eine schwere Aufgabe, gegen einen Grand-Slam-Champion zu spielen«, sagte Koepfer: »Aber ich freue mich darauf, es ist eine weitere Herausforderung für mich.«

Topstars im Eiltempo

Titelverteidiger Novak Djokovic ließ Jeremy Chardy beim eindrucksvollen 6:3, 6:1, 6:2 nicht den Hauch einer Chance. Ebenso eilig hatten es die Topfavoritinnen. US-Open-Siegerin NaomiOsaka (Japan) bezwang die Russin Anastasia Pawljutschenkowa in der ersten Runde in nur 68 Minuten Spielzeit mit 6:1, 6:2, die Weltranglistenzweite Simona Halep (Rumänien) benötigte für ihr 6:2, 6:1 gegen die Australierin Lizette Cabrera 59 Minuten. Leichte Anlaufschwierigkeiten bekundete hingegen US-Open-Champion Dominic Thiem. Der Weltranglistendritte aus Österreich hatte gegen den Kasachen Michail Kukuschkin aber nur im ersten Satz zu kämpfen, Thiem gewann letztelich sicher mit 7:6 (7:2), 6:2, 6:3.

Am Eröffnungstag haben 17 922 Zuschauer die Matches im Melbourne Park besucht. Diese offizielle Besucherzahl teilten die Organisatoren mit. Vor einer Woche war bekannt geworden, dass bis zu 30 000 Menschen pro Tag auf der Anlage erlaubt sein würden.

Nichts geht: Angelique Kerbers Auftritt in der ersten Runde dauert gerade einmal 70 Minuten.
Alexander Zverev erwischt einen holprigen Start in die Australian Open in Melbourne, kommt dann aber in vier Sätzen weiter.

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