Alexander Zverev erreicht bei den French Open in Paris mühelos die zweite Runde. AFP
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Alexander Zverev erreicht bei den French Open in Paris mühelos die zweite Runde. AFP

Zverev trotzt der Kälte

(sid). Alexander Zverev legte ein zufriedenes Lächeln auf und winkte kurz ins Publikum des spärlich besetzten Court Philippe Chatrier. Nach 2:05 Stunden hatte die deutsche Tennis-Nummer 1 den ersten Job im ungemütlichen Pariser Herbst erledigt und sich zwei Wochen nach der knappen Finalniederlage bei den US Open bestens erholt gezeigt.

"Ich bin wirklich froh, in der zweiten Runde zu stehen. Ich muss mich erstmal an die Bedingungen hier gewöhnen", sagte der 23 Jahre alte Hamburger nach dem 7:5, 6:2, 6:4 gegen den Österreicher Dennis Novak, er zog bei den French Open als zweiter Deutscher nach Aufsteiger Dominik Koepfer in die zweite Runde ein. Nun geht es für Zverev gegen den Amerikaner Michael Mmoh oder Pierre-Hugues Herbert aus Frankreich. Koepfer hatte sich zuvor mit 6:2, 3:6, 6:1, 6:1 gegen den Franzosen Antoine Hoang durchgesetzt und darf sich auf ein hochklassiges Duell mit Stan Wawrinka aus der Schweiz vorbereiten, der Andy Murray keine Chance ließ. "Es ist ein besonderes Match, ich bin in guter Form", sagte Koepfer, auch gegen den Turniersieger von 2015 rechne er sich etwas aus.

Ähnlich souverän wie Wawrinka ging Zverev zu Werke, der nach dem kniffligen Belagwechsel von Hartplatz auf Sand nur im ersten Satz leichte Anpassungsprobleme offenbarte und danach die Begegnung dominierte. Der leichte Regen konnte ihm nichts anhaben - erst im dritten Satz entschlossen sich die Veranstalter auf Hinweis der Spieler, das Dach über dem Court Philippe Chatrier zu schließen.

Die unangenehmen, teils grenzwertigen Bedingungen beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, mit denen heute auch Angelique Kerber und vier weitere deutsche Profis klarkommen müssen, hatten zuvor zu Diskussionen geführt. "Das wichtigste ist, dass man die Bedingungen akzeptiert und damit umgeht", sagte Koepfer.

Anna-Lena Friedsam haderte nach ihrer 2:6, 6:2, 3:6-Niederlage gegen Alexandra Sasnowitsch deutlich mehr: "Ich kann mich kaum erinnern, dass es mal so war im Laufe meiner Karriere." Boris Becker sagte bei Eurosport, beim Turnier in Paris handele es sich nach den US Open um einen "sportlichen Kulturschock".

Viele Spieler gingen nach dem Zwiebelprinzip vor, Zverev zog ein Langarmshirt unter. Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Wiktoria Asarenka trieb es auf die Spitze. Sie bestritt ihr Auftaktmatch erfolgreich mit Leggins und Trainingsjacke und äußerte danach die Sorge, dass die Umstände zu einer größeren Verletzungsgefahr führen könnten. Dennoch brennen die bisher noch nicht aktiven deutschen Profis heute (ab 11 Uhr/Eurosport) auf ihre Auftritte. Neben Kerber schlagen auch Andrea Petkovic (Darmstadt), Tamara Korpatsch (Hamburg), Jan Lennard Struff (Warstein) und Qualifikant Daniel Altmaier (Kempen) heute auf.

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