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Im Gegensatz zum Vorjahr finden die US Open wieder vor reichlich Publikum statt. Hier verfolgen die Zuschauer die Erstrundenpartie zwischen Alexander Zverev und Sam Querrey.

Zverev stürmt in Runde zwei

(sid). Alexander Zverev winkte kurz ins weite Rund, schrieb Autogramme auf übergroße Tennisbälle und marschierte dann zufrieden aus dem Arthur-Ashe-Stadium: Der 24 Jahre alte Olympiasieger ist im Schnellverfahren in die zweite Runde der US Open eingezogen. Der deutsche Topspieler setzte sich am Dienstag problemlos in nur 1:40 Stunden gegen den US-Amerikaner Sam Querrey 6:

4, 7:5, 6:2 durch, sparte viel Kraft und wurde seiner Rolle als Mitfavorit auf den Turniersieg gerecht.

»Ich bin zufrieden mit dem Sieg und freue mich zurück zu sein«, sagte Zverev kurz nach seinem zwölften Erfolg in Serie: »Ich habe das Finale aus dem Vorjahr noch immer im Kopf.« Unzufrieden war der Hamburger nur mit den Bällen. »Die springen hier gar nicht«, sagte Zverev bei Eurosport: »Ich weiß nicht, was die mit den Bällen hier gemacht haben.« Im Endspiel des Vorjahres fehlten ihm gegen Dominic Thiem nur zwei Punkte zum ersehnten ersten Grand-Slam-Titel, nun trifft er in der zweiten Runde auf Albert Ramos-Vinolas (Spanien) oder Lucas Pouille (Frankreich). Zugleich setzte er die starke deutsche Serie vom Auftakttag fort. Auch Philipp Kohlschreiber, Peter Gojowczyk und Dominik Koepfer hatten wie Angelique Kerber und Andrea Petkovic ihre Auftakthürden gemeistert.

»Das war ein ernst zu nehmender Gegner. Aber Zverev hat ihm gar nicht die Chance gegeben, ins Spiel zu kommen. Er hat von Anfang an die Kontrolle übernommen. Alles lief nach Plan«, sagte Eurosport-Experte Boris Becker zum Auftakt von Zverev. Die deutsche Nummer eins war vor dem Turnierstart durch seinen Goldtriumph in Tokio und den Titel beim Masters in Cincinnati zum großen Herausforderer von Tour-Dominator Novak Djokovic aufgestiegen, der in New York mit dem vierten Majorsieg des Jahres erstmals seit Rod Laver 1969 den sogenannten »Grand Slam« gewinnen kann. Der deutsche Topspieler sei »imstande, ganz Großes in New York zu erreichen«, sagte auch Becker. Nach dem Gewinn der Goldmedaille in Tokio wirke Zverev »etwas freier, etwas entspannter, er hat noch mehr Selbstvertrauen und Glauben an die eigene Stärke«. Er ist die Last los, endlich einen großen Titel zu gewinnen.

Bereits am Montag (Ortszeit) hatte ein deutsches Quintett den Sprung in die zweite Runde geschafft. Mitfavoritin Angelique Kerber stand aber kurz vor dem Aus. Nur mit sehr viel Mühe rang die dreimalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin Dajana Jastremska aus der Ukraine nach verlorenem ersten Satz noch in 2:25 Stunden mit 3:6, 6:4, 7:6 (7:3) nieder. »Es war eine Achterbahnfahrt«, sagte Kerber nach dem Kraftakt. Die 33-Jährige bekommt es jetzt in Anhelina Kalinina erneut mit einer Ukrainerin zu tun. Deutlich weniger Mühe als Kerber hatte Andrea Petkovic. Die 33 Jahre alte Darmstädterin setzte sich gegen Irina-Camelia Begu aus Rumänien mit 6:2, 7:6 (7:3) durch.

Routinier Philipp Kohlschreiber profitierte beim 6:7 (4:7), 6:7 (3:7), 6:2, 6:1, 2:0 von der verletzungsbedingten Aufgabe von Marin Cilic (Kroatien). Qualifikant Peter Gojowczyk gewann gegen den an Nummer 23 gesetzten Franzosen Ugo Humbert 1:6, 6:1, 6:2, 5:7, 6:4. Dominik Koepfer musste ebenfalls über fünf Sätze gehen. Der Davis-Cup-Profi rang den Franzosen Quentin Halys mit 6:4, 3:6, 4:6, 6:3, 6:4 nieder.

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