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PRO UND KONTRA

Zurück ins Stadion? Was für und gegen eine Rückkehr des Fußballs spricht

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PRODie Lust auf ein Stück Normalität. Denn klar: Sport dient auch immer der Abwechslung, dem Abschalten. Fußball schauen ist stets eine kleine Verschnaufpause im Alltag. Daran ist nichts Verwerfliches. Fußball ist für viele von uns Genuss, Leidenschaft, Seelenreinigung - ob selbst aktiv spielend oder passiv zuschauend.

Dafür spricht zudem, dass viel am Profifußball hängt. Wenn große deutsche Unternehmen in den kommenden Wochen schrittweise die Produktion hochfahren könnten, würde das ein kollektives Aufatmen erzeugen. Vor allem in der ersten, aber auch in der zweiten Liga, ist der Sport Geschäft. Es geht um riesige Summen - aber schon jetzt droht etlichen Klubs die Insolvenz. Wenn der Fußball an der Spitze zusammenbricht, wird es ein Beben bis an die Basis auslösen - dort, wo der Fußball wichtiger Teil der Gesellschaft ist. Das gilt es zu verhindern.

Der Vorteil einer Wiederaufnahme der Saison wäre obendrein, dass die Spielzeiten sportlich zu Ende gebracht werden können. Meister auf dem Papier - das will niemand. Abstiegs- und Aufstiegsfragen sind nicht geklärt. Am besten ist es ohnehin, wenn die Saison sportlich zu Ende gebracht wird. Auch in psychologischer Hinsicht. Die menschliche Psyche strebt danach, etwas abzuschließen. Das bringt Struktur.

KONTRAEs darf keine Sonderbehandlungen geben. Als "moralisch verwerflich" bezeichnet der Sportphilosoph Gunter Gebauer den Einsatz von Schnelltests für die Profis. Damit steht er gewiss nicht allein. Rund 20 000 dieser Tests sollen nötig sein, damit kein infizierter Spieler den Platz betreten wird. Derzeit werden in Deutschland wöchentlich rund 100 000 Tests durchgeführt. DFL-Chef Christian Seifert versicherte der "New York Times" aber: "Es wird nicht der Fall sein, dass auch nur eine Ärztin, ein Arzt, eine Krankenschwester oder ein Krankenpfleger, die für das System wirklich relevant sind, nicht getestet werden kann, weil Fußballspieler getestet werden müssen."

Chancengleichheit ist kaum gegeben. Gibt es grünes Licht für einen Neustart, bleibt den Vereinen nicht viel Zeit. Das heißt auch, dass die Klubs das "normale" Mannschaftstraining so schnell wie möglich aufnehmen müssen. Die derzeit noch geltenden Regelungen werden - je nach Bundesland - von den Bundesligisten ohnehin schon unterschiedlich umgesetzt. Die Vereine würden unter unterschiedlichen Voraussetzungen zurückkehren.

Für die Spieler ist es ohnehin zu riskant. Nicht zuletzt geht es um deren Schutz. Das Risiko, sich zu infizieren, ist weiterhin gegeben. Um es zu minimieren, ist wieder erheblicher Aufwand erforderlich.

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