Anthony Modeste durfte zuletzt im Dezember im Derby gegen Leverkusen (r. Sven Bender) von Beginn an ran. Heute könnte er in Paderborn wieder in der Startelf stehen. FOTO: DPA
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Anthony Modeste durfte zuletzt im Dezember im Derby gegen Leverkusen (r. Sven Bender) von Beginn an ran. Heute könnte er in Paderborn wieder in der Startelf stehen. FOTO: DPA

Zurück ins Rampenlicht?

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Vor einem Jahr feierte Anthony Modeste in Paderborn ein umjubeltes Comeback im Trikot des 1. FC Köln, doch aus dem Hoffnungsträger ist ein Bankdrücker geworden. Heute Abend in Paderborn kann der Franzose sein Schicksal wenden.

Der 1. FC Köln rauschte im Februar förmlich durch die Bundesliga. Ein 3:0 gegen Europacup-Anwärter Schalke 04 war dabei, das 5:0 beim "Big City Club" Hertha BSC an Karneval, ein 4:0 gegen den SC Freiburg. Torfestivals, zu denen ausgerechnet der prominenteste Angreifer im Kader keinen zählbaren Beitrag leistete. Anthony Modeste, der 25-Tore-Held der Saison 2016/17, fristet ein Schattendasein, seit es beim Geißbock-Klub bergauf geht.

Am 14. Dezember im Derby gegen Bayer Leverkusen stand der 31-Jährige letztmals in der Startelf des damaligen Schlusslichts. Modeste spielte unglücklich, wurde gegen Jhon Cordoba ausgewechselt. Der Kolumbianer traf zur Führung, Köln gewann das Spiel 2:0, feierte in den folgenden acht Partien sechs Siege - auch dank sieben weiterer Cordoba-Treffer. Doch Cordoba, vor knapp drei Jahren für 17 Millionen Euro als Ersatz für den kultisch verehrten Franzosen verpflichtet und zunächst als Fehleinkauf abgestempelt, fehlt im Spiel beim Tabellenletzten SC Paderborn (Freitag, 20.00 Uhr/DAZN) gelbgesperrt. Die Chance für Modeste?

"Ich sehe jeden Tag einen gut aufgelegten Anthony Modeste. Ich glaube nicht, dass er mit seiner Situation hadert. Er ist immer noch ein Torjäger", sagte FC-Trainer Markus Gisdol am Mittwoch. Einen Startelfeinsatz garantieren wollte der Coach dem in dieser Saison glücklosen Angreifer (ein Tor) aber nicht: "Wir können Anthony oder Simon Terodde aufbieten, wir können aber auch mit einer etwas anderen Art von Neun spielen."

Dabei ist Paderborn gerade für Modeste ein besonderes Pflaster. Am 15. Februar 2019 feierte er in der Benteler-Arena nach verunglücktem China-Engagement und juristischem Hickhack ein freudentränenreiches FC-Comeback - inklusive Torerfolg. Köln verlor zwar 2:3, doch die Saison nahm für beide Klubs mit dem Bundesliga-Aufstieg ein Happy End.

Beim Wiedersehen hat der FC (29 Punkte) die Chance, einen weiteren großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu tun, während es für den SCP angesichts von nur 16 Zählern bereits darum geht, das rettende Ufer nicht aus den Augen zu verlieren.

"Das sind die Spiele, in denen wir punkten müssen. Wenn wir das schaffen, sieht es gut aus", sagte FC-Außenbahnspieler Ismail Jakobs, einer der Gewinner des Kölner Aufschwungs. Kölns Manager Horst Heldt bezeichnete Paderborn wegen des aggressiven Pressings und Umschaltspiels als die "vielleicht schwerste Aufgabe".

Immer wieder fehlte der Mannschaft von Steffen Baumgart aber die Cleverness. "Wir müssen schneller lernen, schneller reagieren", forderte Baumgart unumwunden, "sonst ist es zu spät."

Vielleicht kann Paderborn aus der Personalnot in der Kölner Defensive Kapital schlagen. Innenverteidiger Rafael Czichos fällt nach Halswirbel-OP noch einige Zeit aus. Torhüter Timo Horn ist erkrankt, sein Einsatz fraglich. Und so könnte in Paderborn der 20-jährige Julian Krahl zwischen den Pfosten sein Bundesliga-Debüt feiern.

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