Oldenburgs Keith Hornsby führt den Ball, im Hintergrund sind alle Plätze verwaist. Der Spitzensport hofft, dass heute nicht noch ein Liga-Stopp beschlossen wird. DPA
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Oldenburgs Keith Hornsby führt den Ball, im Hintergrund sind alle Plätze verwaist. Der Spitzensport hofft, dass heute nicht noch ein Liga-Stopp beschlossen wird. DPA

Zittern vor drastischeren Maßnahmen

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(sid). Geisterspiele mindestens bis Weihnachten? Ziemlich wahrscheinlich. Weitere Millionen-Verluste? Unumgänglich. Liga-Stopp im Fußball, Handball, Basketball und Co.? Wegen der nach wie vor hohen Zahl von Corona-Infektionen plötzlich wieder ein Thema. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten am heutigen Mittwoch über ihren weiteren Umgang mit der Pandemie beraten, zittert einmal mehr auch der deutsche Sport.

An Spiele ohne Fans haben sich die Klubbosse fast schon gewöhnt, längst sind Unterbrechungen im Spielbetrieb das neue Horrorszenario. "Natürlich steht die Gesundheit an erster Stelle, und viele Menschen kämpfen um ihre berufliche Existenz. Aber auch für den Profifußball wäre eine weitere Unterbrechung fatal", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig dem "kicker". Eine Unterbrechung wie im Frühjahr hätte womöglich ernste Konsequenzen mit einem massiven Einbruch bei den TV-Einnahmen, der "etliche Klubs in eine wirtschaftliche Schieflage brächte. Das würde den deutschen Fußball ordentlich durcheinanderwirbeln."

Ein kompletter Lockdown "steht unseres Wissens aber auch nicht zur Debatte", sagte Frank Bohmann. Für den Geschäftsführer der Handball-Bundesliga ist der "symbolträchtige Zuschauer-Ausschluss zur Bekämpfung der Pandemie" auch so "schon schwer genug zu managen". Weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter hoch ist, geht auch Bohmann nicht von einer "Rückkehr von Zuschauern im Leistungssport" aus. Doch der Handball sei darauf vorbereitet: "Wir werden bis Weihnachten auch ohne Fans durchhalten."

Im Eishockey sind die Klubs sogar schon einen Schritt weiter. Für die gesamte Saison in der DEL, die am 17. Dezember beginnen soll, haben "alle 14 Klubs ihre Kalkulationen komplett ohne Zuschauerbeteiligung erstellt", sagte Liga-Chef Gernot Tripcke: "Das ist bitter, aber aktuell schlicht nicht änderbar." Und vermutlich auch nicht verkehrt.

Denn von Lockerungen spricht in der Politik kaum noch jemand, ganz im Gegenteil. Es könnten ab Dezember "weitere Maßnahmen" gelten, wie aus dem Beschluss-Entwurf der Länder, der dem SID vorliegt, für die Beratungen am Mittwoch hervorgeht. Ziel aller Maßnahmen müsse es sein, dass die Zahlen "stark sinken", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Doch es gibt auch einen Lichtblick: "Der gezielte Einsatz von Schnelltests und der hoffentlich bald zur Verfügung stehende Impfstoff geben zudem Hoffnung und Zuversicht, dass es Aussicht auf eine Normalisierung gibt."

Und so träumen wohl nicht nur die Basketballer davon, in dieser Spielzeit noch einmal vor Fans auftreten zu können. "Die Saison ist noch lang. Wir spielen mindestens bis in den Juni hinein, und da kann noch viel passieren", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz: "Da könnte es durch Impfstoffe beispielsweise eine Entspannung geben. Insofern haben wir die Hoffnung keineswegs aufgegeben, dass wir in dieser Saison noch vor Zuschauern spielen können."

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