_1SPOHSPORT12-B_135714_4c
+
Zinedine Zidane verlässt Real Madrid ein Jahr vor Ablauf seines Trainervertrags.

Zidane verlässt Madrid

  • VonSID
    schließen

(sid). Nein, eine große Überraschung war es wirklich nicht mehr. Als Real Madrid am Donnerstag mitteilte, dass Zinedine Zidane seinen Rücktritt als Trainer der Königlichen eingereicht hatte, war das nur noch die Bestätigung eines offenes Geheimnisses. Zidane, der den spanischen Rekordmeister in einer ersten Amtszeit dreimal in Serie zum Titel in der Champions League geführt hatte, geht trotz eines Vertrags bis 2022.

»Es war mir eine Ehre. Gracias Zizou«, twitterte Toni Kroos.

Der amtsmüde Zidane hatte noch nicht mal offiziell abgedankt bei den Königlichen, da ging es bereits um seinen Nachfolger. Wer also wird Trainer von Kroos und demnächst auch David Alaba? Wem kann es zugetraut werden, den drohenden Verfall zu stoppen? Massimiliano Allegri kehrt wohl zu Juventus Turin zurück. Antonio Conte wäre zu haben, ebenso Vereinsikone Raul, der wie einst Zidane die zweite Mannschaft von Real anleitet. Auch Joachim Löw soll in der Verlosung sein.

Florentino Perez, allmächtiger Präsident des königlichen Klubs, wäre wohl froh, die Suche nach einem neuen Trainer wäre sein einziges Problem. Bei Real ist derzeit an ziemlich vielen Stellen Feuer unterm Dach - nicht nur im Bernabeu, wo es am Mittwoch in der Tat brannte. Das legendäre Stadion wird gerade umgebaut, die Ränge sollen überdacht werden. Die Kosten, so ist zu hören, nähern sich der Milliarden-Grenze. Das Feuer sei schnell unter Kontrolle gebracht worden, meldete Real. Wenigstens etwas.

An anderen Stellen aber lodert es noch. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Real mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat - die durch die Corona-Pandemie erst noch verstärkt wurden. Real hat allem Anschein nach zu wenig Geld - festzustellen am stockenden Umbau des Kaders. Bereits die Verpflichtung von Alaba, der zehn Millionen Euro netto pro Jahr plus ein dickes Handgeld für den ablösefreien Wechsel erhält, zog sich lange hin. Der Österreicher ist neben Luka Modric, dessen Vertrag gerade um ein Jahr verlängert wurde, die einzige Personalie, die abgearbeitet ist - der Rückstau ist gewaltig. Da ist das Problem Sergio Ramos. Der Kapitän ist 35 Jahre alt, wurde nach einer Verletzung nicht in den spanischen EM-Kader berufen - möchte aber, dass sein auslaufender Vertrag um zwei Jahre verlängert wird. Da sind die einst sündteuren Eden Hazard und Gareth Bale, für die Real mal jeweils gut 100 Millionen Euro bezahlt hat. Hazard ist nahezu permanent verletzt, Bale war in der vergangenen Saison an Tottenham Hotspur ausgeliehen. Beide stehen zum Verkauf - wie auch Isco, Marcelo oder Raphael Varane. Real braucht Geld.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare