Fußball

Zerrissenheit in der 3. Liga

  • vonDPA
    schließen

(dpa). Mit der Offenlegung einer persönlichen Tragödie wollte Waldhof Mannheims Geschäftsführer den letzten Zweiflern die Augen öffnen. Markus Kompp schrieb eine E-Mail an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die weiteren 19 Drittligisten, die die heute stattfindende Diskussion um die Zukunft maßgeblich beeinflussen dürfte.

"Nach Rücksprache mit unserem Spieler sehen wir uns hiermit jedoch nun in der Pflicht, alle Vereine und den DFB offiziell darüber zu informieren, dass wir am 30.03. 2020 einen Corona-Todesfall im unmittelbaren Umfeld eines Spielers des SV Waldhof Mannheim hatten", heißt es in der Mail, die die "Rheinpfalz" in Auszügen veröffentlichte. Dabei soll es sich um den Vater eines namentlich nicht genannten Profis handeln. Der Todesfall sei "der entscheidende Grund" dafür, dass Mannheim seit Langem für einen Abbruch der Saison plädiere.

Mittlerweile sollen mehr als die ursprünglich acht Vereine für einen Abbruch der Saison sein. Doch die ganze Zerrissenheit der Liga zeigte sich wiederum an Reaktionen, die Kompp auf seine Mail erhielt. "Leider muss ich mir jetzt schon den Vorwurf gefallen lassen, den Todesfall sportpolitisch zu nutzen - dabei habe ich einen Monat meine Klappe gehalten. Das ist an Frechheit nicht mehr zu überbieten", sagte der Manager der "Bild".

Für weiteren Zündstoff dürfte die Finanzspritze der DFL sorgen, die laut deren Geschäftsführer Christian Seifert bedingungslos gezahlt werden soll. Immerhin 300 000 Euro pro Klub. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Summe allerdings unter anderem für Corona-Tests verwendet werden. So heißt es in einem internen Papier des DFB an die Klubs. Details sollen noch folgen. Diese werden sicherlich heute diskutiert. Der DFB will die Saison fortsetzen. Ein Abbruch kann ausschließlich durch einen Außerordentlichen DFB-Bundestag beschlossen werden. Der Weg dafür ist bereits geebnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare