Das Olympische Haus, der Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Das Gebäude steht leer. Alle Angestellten arbeiten zu Hause im Homeoffice. Das IOC bleibt aber auf Kurs und hält trotz der Corona-Krise an der Austragung der Olympischen Spiele in Tokio fest. Das bringt die Sportler in Schwierigkeiten. Einige trainieren bereits wieder, andere sprechen sich für eine Absage aus. FOTO: DPA
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Das Olympische Haus, der Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Das Gebäude steht leer. Alle Angestellten arbeiten zu Hause im Homeoffice. Das IOC bleibt aber auf Kurs und hält trotz der Corona-Krise an der Austragung der Olympischen Spiele in Tokio fest. Das bringt die Sportler in Schwierigkeiten. Einige trainieren bereits wieder, andere sprechen sich für eine Absage aus. FOTO: DPA

In Zeiten der Pandemie

  • vonSID
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In ganz Deutschland gelten verschärfte Maßnahmen zur Kontaktvermeidung, doch einige Sportler dürfen noch trainieren, zum Teil sogar in Gruppen. Das ist sogar innerhalb des Spitzensports umstritten.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Zeiten der Corona-Krise "nur Abstand Ausdruck von Fürsorge" - doch der deutsche Spitzensport tut sich wie Teile der Bevölkerung schwer mit der Isolation. Einige Olympia-Athleten trainieren dank Sondergenehmigungen weiter in Hallen oder Schwimmbädern, in den kommenden Tagen steigen auch Fußball-Bundesligisten wieder ins Mannschaftstraining ein.

Die einen treibt der Traum von Olympia an, die anderen die Sehnsucht nach Normalität, andere die Sorge um die Existenzgrundlage. Fehlende Solidarität gegenüber der Gesellschaft will sich aber keiner vorwerfen lassen. "Meine Oma fragt mich zwar, warum wir noch trainieren, aber wir sind alle sensibilisiert und passen auf", sagte Wasserspringer Patrick Hausding: "So lange wir dürfen, machen wir das."

Der Olympiadritte darf dank einer Ausnahmeregelung der Behörden mit anderen Berliner Wasserspringern an seiner Form arbeiten, seit Donnerstag gilt dies auch für Kaderathleten am Olympiastützpunkt Hamburg. In Magdeburg springt die personell abgespeckte Trainingsgruppe um Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock ins Becken. Ein angedachtes Trainingszentrum in Kienbaum ist inzwischen kein Thema mehr.

Back to business - zumindest in der Schmalversion - das will auch der Profifußball. RB Leipzig steigt am Freitag wieder ins Mannschaftstraining ein. Bayern München beordert seine Profis dagegen bewusst noch nicht aus dem Homeoffice zurück. Der Verein versuche "auch hier Vorbild zu sein, weil ich das Gefühl habe, dass es immer noch Menschen gibt, die vielleicht nicht umfänglich verstanden haben, wie ernst die Lage ist", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Training außerhalb der eigenen vier Wände ist für andere Sportler in diesen Zeiten aber ein No-Go. In einer Videobotschaft des Athleten Deutschland e. V. appellierten Leistungssportler: "Bleibt zu Hause!" Der Aufruf war auch für den Spitzensport gedacht.

Viele haben sich längst zurückgezogen. Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul hält sich auf einem Ruder-Ergometer im Garten der Eltern fit. Hürden-Sprinterin Pamela Dutkiewicz springt im Flur ihrer Wohnung über Mini-Hürden. Kunstturner Marcel Nguyen wird dagegen zum Homeoffice gezwungen, weil die Stadt Stuttgart ihm eine Sondergenehmigung verwehrte. Das bedauerte der Olympiazweite von 2012 im SWR-Interview: "Ich komme aus einer langwierigen Verletzung und brauche jede Trainingsminute, ja jede Trainingssekunde."

Da das Internationale Olympische Komitee (IOC) offiziell am Fahrplan für die Sommerspiele in Tokio festhält, tun es die Athleten notgedrungen auch. "Das IOC will, dass wir weiter unsere Gesundheit, die Gesundheit unserer Familien und der Öffentlichkeit riskieren, indem wir weitertrainieren? Ihr bringt uns in Gefahr. Heute, nicht in vier Monaten", kritisierte Stabhochsprung-Olympiasiegerin Katerina Stefanidi in einer Twitter-Nachricht den Ringe-Orden scharf.

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