Schiedsrichter Ovidiu Hategan (im gelben Shirt) diskutiert mit Spielern von Paris St. Germain (blaue Trikots) und Basaksehir Istanbul, in der Mitte der Ex-Hoffenheimer Demba Ba in der grünen Trainingsjacke. Links unterhält sich der umstrittene Vierte Offizielle Sebastian Coltescu (2. v. l.) mit Istanbul-Trainer Okan Buruk (l.). FOTO: AFP
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Schiedsrichter Ovidiu Hategan (im gelben Shirt) diskutiert mit Spielern von Paris St. Germain (blaue Trikots) und Basaksehir Istanbul, in der Mitte der Ex-Hoffenheimer Demba Ba in der grünen Trainingsjacke. Links unterhält sich der umstrittene Vierte Offizielle Sebastian Coltescu (2. v. l.) mit Istanbul-Trainer Okan Buruk (l.). FOTO: AFP

Zeichen der Solidarität

  • vonDPA
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Nach dem durch einen Schiedsrichter-Assistenten ausgelösten Rassismus- Vorfall beim Champions-League-Spiel in Paris wird das Handeln der beiden Teams als wichtiges und starkes Signal gelobt. Die UEFA und der rumänische Fußballverband kündigen Untersuchungen an.

Ein "Zeichen in Europa", "historische Entscheidung" - und ganz viel Solidarität und Respekt: Selten in der Geschichte des Profifußballs hat ein Spielabbruch solche Reaktionen hervorgerufen. Mit ihrem gemeinsamen Abgang vom Rasen nach einem Rassismus-Vorfall durch den Schiedsrichter-Assistenten sendeten die Champions-League-Teilnehmer Basaksehir aus Istanbul und Paris Saint-Germain ein Zeichen der Stärke und der Entschlossenheit.

"Diskriminierung hat keinen Platz. Nicht im Fußball, nicht auf der Welt", schrieb PSG-Profi Thilo Kehrer, Brasiliens Superstar Neymar veröffentlichte ein "BLACK LIVES MATTER" (Schwarze Leben zählen), und von Kylian Mbappé hieß es: "Say no to Racism. M. Webo we are with you" (Wir sind bei dir). Weil die Gäste aus der Türkei sich am Dienstagabend nach den Äußerungen des Vierten Offiziellen weigerten, weiterzuspielen, entschied die UEFA kurz vor Mitternacht, die Partie nicht wieder anzupfeifen und am Mittwochabend mit einem neuen Schiedsrichter-Team beim Stand von 0:0 nach 15 Minuten fortzusetzen.

Der Entscheidung der Teams, vor allem forciert vom ehemaligen Hoffenheimer Bundesliga-Profi Demba Ba, der mittlerweile für den türkischen Meister spielt, zollten Politik, Verbände und internationale Top-Stars Respekt. "Heute Abend haben Sportler, Athleten eine historische Entscheidung getroffen gegenüber einer Einstellung, die sie als inakzeptabel beurteilt haben", schrieb Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu bei Twitter. Sie könne "die starke Symbolik ihrer Geste und ihrer Solidarität nur begrüßen".

Darüber, was passiert war, gab es keinerlei Zweifel. Der Assistenztrainer der Gäste, der frühere kamerunische Nationalspieler Pierre Webo, hatte in der ersten Halbzeit die Rote Karte gesehen. Dabei soll es zu einer rassistischen Beleidigung durch den Vierten Offiziellen gekommen sein. Sebastian Coltescu wurde vorgeworfen, eine rassistische Formulierung für Schwarze benutzt zu haben, die im Deutschen inzwischen mit dem Begriff "N-Wort" umschrieben wird.

Dieser Ausdruck war im leeren Prinzenpark-Stadion während der TV-Übertragung deutlich zu hören. Zudem war zu hören, dass das Schiedsrichter-Team aus Rumänien versuchte, sich damit zu verteidigen, dass der Vierte Offizielle das rumänische Wort für Schwarzer (negru) benutzt habe und nicht das "N-Wort". Webo, Ba und andere waren anschließend zu hören, wie sie lautstark darauf hinwiesen, dass die Schiedsrichter bei einem weißen Spieler auch nicht "der Weiße" gesagt hätten, um diesen zu identifizieren.

Dreimal Neymar, zweimal Mbappe

Am gestrigen Abend hat Paris St. Germain den vierten Sieg im sechsten Spiel gefeiert und sich den Gruppensieg vor Leipzig gesichert. Der französische Meister gewann die tags zuvor abgebrochene Partie gegen Basaksehir aus Istanbul mit 5:1 (3:0). Der überragende Neymar (21., 38., 50.) war mit drei Treffern der Erfolgsgarant. Kylian Mbappe (42.) hatte durch einen Foulelfmeter das 3:0 erzielt. Im zweiten Durchgang erhöhte der Stürmer auf 5:1 (62.). Für die Türken traf Mehmet Topal (57.).

Wegen des gewonnenen Direkt-Vergleichs mit RB Leipzig (2:1, 0:1) sicherte sich Paris St. Germain den Sieg in der Gruppe H vor dem punktgleichen Bundesligisten.

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