Alexander Zverev trainiert in Melbourne und will sich beim ATP Cup die Form für die Australian Open holen.		FOTO: AFP
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Alexander Zverev trainiert in Melbourne und will sich beim ATP Cup die Form für die Australian Open holen. FOTO: AFP

Wutanfall als Wendepunkt

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(sid/dpa). Natürlich spuken Alexander Zverev die Szenen noch im Kopf herum. Wie ihn Boris Becker fassungslos anstarrte, als er seinen Schläger siebenmal wie von Sinnen auf den Hartplatz drosch. Der deutsche Topspieler hatte beim ATP Cup vor einem Jahr mit flegelhaftem Verhalten und verheerenden Leistungen einen Tiefpunkt erreicht, der im Nachhinein einen wichtigen Wendepunkt markiert.

»Viel schlechter als letztes Jahr kann es ja gar nicht sein«, sagte der 23-Jährige nun vor dem Beginn der zweiten Ausgabe des Teamwettbewerbs: »Ich hoffe einfach, dass ich besser performen kann für mich und meine Mannschaft.« Und dass nicht wieder nach der Gruppenphase Schluss ist.

Zverev musste Anfang 2020 nach drei teils verheerenden Niederlagen harsche Kritik einstecken, Becker sah den Hamburger »in einem dunklen Zimmer gefangen«. Die deutlichen Worte kamen offenbar an, dem so talentierten Hünen gelang es seither deutlich besser, in kniffligen Spielsituationen die Ruhe zu bewahren. Es folgten ein Halbfinaleinzug bei den Australian Open und der Final-Thriller bei den US Open, der knapp gegen Dominic Thiem verloren ging. »Ich möchte da wieder ansetzen«, sagte Zverev nun.

Insgesamt hat er ein turbulentes Jahr mit vielen Schlagzeilen abseits der Center Courts hinter sich, die Trennung von Trainer David Ferrer markierte den vorläufigen Endpunkt. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass das australische Publikum zum Saisonauftakt nicht wieder »Alexander, den Bösen« sehen wird.

Zverev hat seinen Bruder Mischa nicht nur als Teamchef eng an seiner Seite. Der 33-Jährige übernimmt nach dem Ende der Zusammenarbeit mit der Agentur Team8 auch Management-Aufgaben für den Jüngeren und ist wichtiger Ansprech- und Trainingspartner. »Ich hoffe, dass wir vor allem eine gute Zeit zusammen als Team haben und einige Spiele gewinnen können«, sagte Mischa Zverev.

Los geht es für Alexander Zverev, Jan-Lennard Struff und die French-Open-Sieger Kevin Krawietz/Andreas Mies in der Nacht zu Mittwoch (0.00 Uhr/ServusTV und Sky) gegen Kanada. Für Zverev bedeutet dies ein Duell mit Denis Shapovalov, einem weiteren Shootingstar der Szene. Es folgt einen Tag später ein Aufeinandertreffen mit Serbien und Superstar Novak Djokovic. Zwei gewonnene Matches reichen jeweils zum Sieg.

Becker wird diesmal nicht in Australien dabei sein, aber nicht, weil die Beziehung der beiden deutschen Tennis-Promis unter den Auftritten vor einem Jahr in Brisbane gelitten hat. Das deutsche Idol analysiert als Eurosport-Experte aus München die Australian Open ab dem 8. Februar.

Aus für Petkovic

Unterdessen ist Laura Siegemund erfolgreich in die neue Saison gestartet. Die deutsche Fed-Cup-Spielerin siegte am Montag in Melbourne im Rahmen der Vorbereitung auf die Australian Open 7:5, 6:4 gegen die Rumänin Monica Niculescu und zog in die zweite Runde der Gippsland Trophy ein. Gegnerin ist dort die Australierin Destanee Aiava. Andrea Petkovic verlor dagegen in der zweiten Runde der Gippsland Trophy mit 1:6, 4:6 gegen die Weltranglistenfünfte Jelina Switolina aus der Ukraine. Das Aus kam auch für Dominik Koepfer in der ersten Runde seines ATP-Turniers. Der einstige US-Open-Achtelfinalist verlor bei den Great Ocean Road Open 7:5, 4:6, 1:6 gegen den Australier Christopher O’Connell.

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