Würth fühlt sich als "Oma"

  • vonSID
    schließen

(sid). Als Geburtshelferin der jüngsten Wintersportsparte darf sich auch eine 27-Jährige fürchterlich alt fühlen. "Ich bin bei uns wirklich die Oma", sagte Svenja Würth dem Portal sportfrauen.net: "Manchmal sind da Gesprächsthemen beim Essen wie die Führerscheinprüfung, da denke ich - uhh, das ist bei dir schon lange her."

Wenn am heutigen Freitag die Nordischen Kombiniererinnen in Ramsau erstmals einen Weltcup austragen, ist die ehemalige Skisprung-Weltmeisterin Würth das bekannteste neben vielen neuen Gesichtern. Die Frauen-Kombination aus dem Schattendasein auf dieses neue Level zu bringen, war für sie und die Kolleginnen aber eine - nun ja: schwere Geburt.

"Es ist toll, dass es noch mit dem Weltcup geklappt hat", sagte Horst Hüttel. Der Teammanager im DSV war eine treibende Kraft hinter den Bemühungen, die Frauen auf die große Bühne zu holen: "Wir hatten einen Stufenplan ab 2016, der nun erste Weltcups vorsah. Als die auf der Kippe standen, mussten wir sogar um die WM zittern."

Dort sollen in Oberstdorf im Februar erstmals Kombiniererinnen mitmischen. Als Grundlage waren im Vorfeld zwei Weltcups angesetzt, doch die Veranstalter in Lillehammer und Otepää/Estland warfen das Corona-Handtuch. "Zum Glück ist Ramsau eingesprungen, wo wir gemeinsam mit den Männern und den Skispringerinnen antreten können", sagt Hüttel: "Besser geht es nicht."

Somit beginnt auch für Würth das große Abenteuer. "Ich weiß nicht, wo ich stehe, bin gespannt", sagte die Schwarzwälderin in Ramsau. Im Springen war Würth eine große Nummer, holte 2017 in Lahti mit Carina Vogt, Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler WM-Gold im Mixed-Team. Warum der späte Umstieg? "Ich war erfolgreich, aber oft verletzt. Es ist mühsam, sich wieder heranzukämpfen. Da macht man sich Gedanken", sagt Würth, die Olympia 2018 wegen eines Kreuzbandrisses verpasste.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare