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World-Tour startet durch totes Land

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(sid). In den Adelaide Hills und dem malerischen Barossa Valley liegt Brandgeruch in der Luft. Verkohlte Bäume säumen Straßenzüge, in Wäldern stehen ausgebrannte Häuser, die eigentlich grüne Landschaft ist schwarz gefärbt. Das Flammeninferno hat auch Südaustralien schwer erwischt. Wenn die Radprofis um die Deutschen Andre Greipel oder Simon Geschke dort am Dienstag in die Tour Down Under starten, fahren sie teils durch totes Land.

"Wir haben die abgebrannten Gegenden gesehen. Das war erst mal ganz schön niederschmetternd", sagte Geschke dem ARD-Hörfunk. Mit seinem CCC-Team hatte sich der Berliner im ebenfalls betroffenen Ort Woodside auf das erste World-Tour-Rennen des Jahres vorbereitet.

"Kein schönes Bild", sei das gewesen, sagte Geschke: "Man kann sich vorstellen, wie es aussieht, wenn alles in Flammen steht." Lotto-Soudal-Profi Roger Kluge sprach von einer "traurigen Sache. Das Land wird hart damit zu kämpfen haben." Sprint-Oldie Greipel fand es "nicht schön zu sehen."

Gefahr besteht für die Fahrer nicht. Viele Brände in der Region sind gelöscht oder unter Kontrolle, der Veranstalter versprach Ausbesserungen des beschädigten Asphalts. Von den Feuern verzehrte Bäume, die auf die Strecke zu stürzen drohen, sollten gefällt werden. Der Klimawandel und dessen Folgen sind vor dem Start des neuen World-Tour-Jahres trotzdem ein zentrales Thema für die Fahrer - nicht nur wegen der Brandfolgen.

Denn ein anderes Wetterextrem macht sich bemerkbar. Inmitten des australischen Hochsommers ist es in Adelaide und Umgebung ungewöhnlich kalt. "Ich kann mich an Jahre erinnern, wo ich vor dem Kriterium mit einer Eisweste hier im Zelt saß, weil es knapp 40 Grad hatte. Jetzt hat man hier eine Jacke an, das ist schon seltsam", sagte Geschke.

In der Rennwoche sollen die Temperaturen wieder ansteigen, auch den Veranstaltern, die um Normalität bemüht sind, kommt das entgegen.

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