"Wollen für Sportart werben"

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In gut zwei Wochen beginnt für die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Kroatien die Mission Titelverteidigung. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Bundestrainer Christian Prokop über die kurze Vorbereitung sowie seine Ziele und Erwartungen für die Endrunde vom 12. bis 28. Januar.

In gut zwei Wochen beginnt für die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Kroatien die Mission Titelverteidigung. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Bundestrainer Christian Prokop über die kurze Vorbereitung sowie seine Ziele und Erwartungen für die Endrunde vom 12. bis 28. Januar.

Herr Prokop, am Donnerstag beginnt mit einem Kurz-Lehrgang die heiße Phase der EM-Vorbereitung. Worauf werden Sie besonderen Wert legen?

Christian Prokop: Das Hauptaugenmerk wird auf unserem taktischen Gesamtsystem liegen. Wir müssen uns in Stresssituationen im Turnier aufeinander verlassen können, eine Sprache sprechen. Noch wichtiger ist aber das Teamgefühl, der Stolz, das eigene Land vertreten zu dürfen. Diese Emotionen sind nicht messbar, aber sie können entscheidend sein.

Ihnen bleiben nur wenige Tage zur Vorbereitung. Sind Sie manchmal neidisch auf Joachim Löw, wenn Sie sehen, wie viel Zeit er vor einem großen Turnier mit der DFB-Auswahl hat?

Prokop: Wir nehmen es so, wie es ist. Wir schaffen es auch in dieser knappen Zeit, uns bestmöglich vorzubereiten.

Auf welchen Positionen erwarten Sie den härtesten Kampf um die Plätze im Kader?

Prokop: Vor allem im Rückraum ist der Konkurrenzkampf sehr groß, weil wir da auch in der Breite eine sehr hohe Qualität haben. Da werden Kleinigkeiten entscheiden. Es gibt Spieler, die sind mit einem unheimlichen Potenzial im Angriff ausgestattet, es gibt Spieler, die ein sehr gutes Potenzial in der Abwehr besitzen. Und dann gibt es Spieler, die beides können, aber vielleicht einen kleinen Tick schwächer. Da gilt es Entscheidungen zu treffen, wer für das Gesamtkonzept der Mannschaft am wichtigsten ist.

Auf der Torhüterposition verkörpert Deutschland Weltklasse. Sind Andreas Wolff und Silvio Heinevetter gesetzt?

Prokop: Beide stehen momentan an der Spitze. Sollte bis zur EM alles in guter Form weiterlaufen, wird sich daran voraussichtlich nichts ändern. Insgesamt haben wir vier sehr gute Torhüter, falls ein Ausfall droht.

Würden Sie die EM noch härter einstufen als eine WM, weil die Dichte größer ist?

Prokop: Einen Vergleich werde ich erst ziehen können, wenn ich beide Turniere erlebt habe. Aber sicher ist eine EM von der Leistungsdichte schwieriger und höher anzusiedeln, weil man nicht auf einen vermeintlich schwächeren Gegner treffen wird.

Bei der EM treten Sie in die großen Fußstapfen Ihres Vorgängers Dagur Sigurdsson. Empfinden Sie das als Last oder steigert das eher die Lust auf das Turnier?

Prokop: Erst einmal: Die EM in Polen hat gezeigt, dass man mit einer jungen und ehrgeizigen Mannschaft einen Titel erreichen kann. Das gibt Selbstvertrauen und Motivation. Dagur Sigurdsson ist ein Toptrainer, der das unter Beweis gestellt hat. Die Messlatte ist entsprechend hoch. Aber ich wusste, auf was ich mich einlasse, und lege sie auch für mich hoch. Ja, ich habe große Lust auf die Europameisterschaft mit unserer Mannschaft.

Für Sie ist es das erste Großturnier als Bundestrainer. Was überwiegt – der Druck oder die Vorfreude?

Prokop: Es überwiegt Vorfreude und positive Anspannung. Es kribbelt immer stärker, und ich freue mich von Tag zu Tag mehr darauf, dass es Richtung Januar geht. Natürlich ist auch Druck da. Aber den machen wir uns selbst, weil wir als Sportler immer nach maximalem Erfolg streben.

Die EM wird, anders als zuletzt die WM, wieder im Free-TV übertragen. Bietet das die Chance, den Handball populärer zu machen?

Prokop: Hundertprozentig. Auch das ist eine Aufgabe, die mit unserem Abschneiden steht und fällt. Wir wollen erfolgreich sein und Werbung für unsere Sportart machen. Das schafft man mit der Art und Weise, wie man spielt, aber in erster Linie natürlich über Erfolg.

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