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Eintracht-Ersatztorhüterin Cara Bösl trägt Tanja Pawollek zur Siegerehrung.

Wölfinnen hoffen nun auf die Eintracht

  • VonSID
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(sid). Kölsch, Pils und Sekt flossen bei der alljährlichen Wolfsburger Pokalparty schon in Strömen, da wurde Stephan Lerch noch einmal ernst. Zu gerne würde der scheidende Trainer die erfolgreiche VfL-Ära mit seinem vierten Double nacheinander krönen.

»Wir wissen, dass es nur noch eine kleine Chance ist. Aber es macht keinen Sinn, jetzt schon was abzuschreiben«, sagte der Fußballlehrer nach dem 1:0 (0:0)-Finalkrimi nach Verlängerung gegen Eintracht Frankfurt angesprochen auf die Meisterschaft: »Ich werde auch jetzt noch nicht irgendwelche Gratulationen nach München senden.«

Das fünfte VfL-Double in Serie aber ist am letzten Spieltag am Sonntag (14 Uhr) gegen Werder Bremen bei zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern nur mit Schützenhilfe möglich. Und die müsste ausgerechnet die vom VfL über 120 Minuten so arg strapazierte Eintracht beim Auswärtsspiel in München leisten. »Auch wenn sie nicht Favorit sind, können sie dort gewinnen, darauf hoffen wir«, sagte Kapitänin Almuth Schult, noch immer aufgewühlt von ihrer Platzverweis-Premiere in einer dramatischen Verlängerung. »War ’ne blöde Situation«, meinte die Nationaltorhüterin zu ihrem Bodycheck gegen die Frankfurter Stürmerin Lara Prasnikar (96.), nach dem sie erstmals in ihrer Karriere eine Rote Karte gezeigt bekam. Erst weinend, dann jubelnd sah die 30-Jährige von der Tribüne aus, wie Ewa Pajor (118.) den VfL trotz Unterzahl zum siebten Triumph in Serie schoss. Die feuchtfröhliche Feier der Wölfinnen vor und im Hotel Pullman hat Tradition, für Lerch aber wird es keine weitere Auflage geben. Der 36-Jährige verabschiedet sich nach vier Jahren als Cheftrainer zur TSG Hoffenheim, wo er den männlichen U17-Nachwuchs übernimmt. Als Nachfolger wird Tommy Stroot einen Umbruch beim Klub moderieren müssen, den viele Spielerinnen verlassen werden.

Erst der Anfang soll dieses Endspiel in Köln indes für das Frankfurter Team gewesen sein. »Wir haben uns mittelfristig Ziele gesetzt mit einer unglaublichen jungen Mannschaft«, sagte Vereinspräsident Peter Fischer dem Deutschlandfunk. Der »stolze« Trainer Niko Arnautis erklärte nach der starken kämpferischen Leistung, die Eintracht wolle wiederkommen: »Hier hat eine Mannschaft der Zukunft gespielt.« Im schwierigen ersten Jahr nach der Fusion mit dem 1. FFC Frankfurt gibt man sich auch angesichts zahlreicher Corona-Rückschläge mit dem Finaleinzug und einem Tabellenplatz jenseits der Champions League zufrieden. Schwer zu verdauen aber ist der langfristige Ausfall von Kapitänin Tanja Pawollek, die wie befürchtet einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitt und noch am Montag in Köln operiert wurde.

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