Leroy Sané
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Wirbel nach Sanés Beraterwechsel

  • vonred Redaktion
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In München sind die Verantwortlichen nach wie vor überzeugt: Hätte sich Leroy Sané am 4. August vergangenen Jahres in der Community-Shield-Partie nicht in der 13. Minute einen Kreuzbandanriss zugezogen, wäre der Transfer zum FC Bayern über die Bühne gegangen. Viel Konjunktiv. Fakt ist, dass der Fußball-Nationalspieler nach seiner Kreuzband-Operation wieder vollumfänglich mit der Mannschaft von Manchester City trainieren kann. Von einer Rückkehr auf den Platz unter Wettbewerbsbedingungen ist Sané laut Trainer Pep Guardiola aber noch weit entfernt: "Das braucht Zeit. Es wird Wochen dauern, bevor er bereit ist."

Und während der Spieler weiter für sein Comeback schuftet, laufen im Hintergrund die Verhandlungen auf Hochtouren. Gefühlt geht kein Tag zu Ende, an dem es keine neue Wasserstandsmeldung über Sané und seine Zukunft gibt. Den größten Wirbel der vergangenen Wochen verursachte freilich der Berater-Wechsel des Flügelstürmers. Es ist - voraussichtlich - das Ende einer monatelangen Odyssee.

Als das Interesse des FCB im vergangenen Sommer erstmals durch den damaligen Präsidenten Uli Hoeneß öffentlich gemacht wurde, ließ sich Leroy ausschließlich von seinen Eltern beraten - Mutter Regina und Vater Souleymane. Als City aber plötzlich mit dem Spieler vorzeitig verlängern wollte und zeitgleich der deutsche Rekordmeister bei der Familie Sané anklopfte, wurde es Mama und Papa Sané zu viel. Sie schauten sich nach professioneller Unterstützung um und wurden beim früheren Fußball-Superstar David Beckham fündig. "Becks" betreibt mit Kumpel und Spielervermittler Dave Gardner die Agentur DB Ventures Limited. Ende vergangenen Jahres ging diese Berater-Ehe in die Brüche und nun wird Sané von LIAN Sports vertreten. Die Tatsache, dass der Spieler seine Interessen in einer entscheidenden Phase seiner Karriere in so viele verschiedene Hände legt, sorgt im Münchner Umfeld für Unverständnis und lässt den einen oder anderen den Charakter Sanés hinterfragen.

Doch die Charakterfrage ist für die Verhandlungen zweitrangig: Die Bayern-Verantwortlichen müssen sich im anvisierten Sané-Transfer so oder so künftig mit dem berüchtigten Spielerberater Fali Ramadani an einen Tisch setzen. Diese Tatsache sorgt bei den Bayern-Bossen nicht für Jubelschreie, weil Ramadani dafür bekannt ist, bei Transfers und Vertragsverhandlungen nicht nur für seine Spieler, sondern auch vor allem für sich selbst das finanzielle Maximum herauszuschlagen. Anders formuliert: Die Verhandlungserfolge des vergangenen Sommers zählen ab sofort nicht mehr, die Spielwiese muss neu bespielt werden. Kein Wunder, dass Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge jüngst erklärte: "Sollten wir grundsätzlich noch Interesse haben, was ich nicht ausschließe, werden wir zu erst mit dem Klub sprechen, um eine freundschaftliche Gesprächsatmosphäre zu schaffen." Pikant: Den Kontakt zwischen Sané und LIAN Sports stellte ausgerechnet Bayern-Spieler Jerome Boateng her, der gut mit Leroy befreundet ist, selbst erst kürzlich zu besagter Berater-Agentur wechselte und seit mehreren Jahren mit einem Abschied vom FC Bayern liebäugelt.

Zusätzlich hält sich in der Branche hartnäckig das Gerücht, dass bei LIAN auch Pini Zahavi, Berater von Robert Lewandowski, mitmischen soll. Beide Parteien haben in der Vergangenheit bereits beim einen oder anderen Transfer-Geschehen Doppelpass gespielt - um auch ihre persönlichen Finanzen aufzubessern.

Manuel Bonke

FOTO: DPA

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