Die Entscheidung: Andre Silva (33) erzielt per Elfmeter gegen den Mainzer Torwart Robin Zentner das Tor zum 2:0 der Frankfurter. FOTO: DPA
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Die Entscheidung: Andre Silva (33) erzielt per Elfmeter gegen den Mainzer Torwart Robin Zentner das Tor zum 2:0 der Frankfurter. FOTO: DPA

"Wir haben große Ziele"

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Eintracht Frankfurt hat nach zwölf vergeblichen Anläufen den ersten Bundesliga-Auswärtssieg in Mainz gefeiert. Der dritte Erfolg nacheinander lässt die Hessen wieder von der Europa League träumen.

Christian Peintinger, der Einflüsterer des Chefs, der gute Kumpel von Adi Hütter, bolzte seine Freude geradezu heraus. Der Abpfiff von Schiedsrichter Bastian Dankert war noch nicht ganz verklungen am Samstagnachmittag im Mainzer Stadionquadrat, das 2:0 (1:0) der Frankfurter Fußballer damit gerade erst final fest gemacht, da holte der "Peinti" aus und drosch den Ersatzball hoch in die Luft, begleitet von einem lauten Schrei.

Die Beteiligten von Eintracht Frankfurt waren froh über diesen ersten Erfolg bei den Rheinhessen seit dem Weiterkommen im Pokal 1986, den ersten Bundesligasieg in der Geschichte auf Mainzer Grund überhaupt. Dabei sei er, so sagte Abwehrmann Martin Hinteregger, zwischendurch sogar mal kurz ins Zweifeln gekommen, ob ein Dreier gelingen würde. Trotz eines 2:0-Vorsprungs, trotz einer ordentlichen Leistung - aber da waren diese 15 guten Mainzer Minuten nach dem Seitenwechsel, als die Eintracht ins Wanken geriet, als Jonathan Burkardt gleich dreimal aus guten Positionen scheiterte. Just in dieser Phase also, so Hinteregger, habe er an eine Unterredung mit Vereinsikone Alex Meier denken müssen, in dieser Woche im Vorfeld der Partie geführt. Da habe ihm der Alex noch mal von dieser unangenehmen Sieglosserie in Mainz berichtet, und den ärgerlichen Spielverläufen und den blöden Platzverweisen, sogar für Meier selbst. "Da habe ich dann kurz dran denken müssen", sagte Hinteregger und schob breit grinsend hinterher: "Zum Glück haben wir das jetzt auch endlich mal hinter uns."

Und jetzt große Ziele vor sich! Nach dem dritten Sieg hintereinander träumen sie wieder bei den Frankfurtern von Europa und sagen es nach einigen Wochen des öffentlichen Stillschweigens erneut frei heraus. "Unser Blick ist vom ersten Spieltag an Richtung Europa gegangen", erklärte Vorredner Hinteregger, denn: "Wir sind Eintracht Frankfurt. Wir haben große Ziele. Wir waren in Europa und wollen wieder dorthin." Goldene Träume der Fußballer im goldenen Dress.

Trainer Adi Hütter, der das 2:0 in Mainz als "verdient" bezeichnete, weil die spielerisch bessere Mannschaft gewonnen habe, widersprach dem forschen Herrn Hinti (Hütter: "Einer der besten Verteidiger der Liga") hinterher nicht. "Wir haben zwei Jahre lang international für Furore gesorgt, das gibt uns den Anlass, dass wir dort wieder hinwollen." In der Tabelle sehe man zwar, wie viele Mannschaften um die internationalen Plätze kämpfen, sagte Hütter, um dann selbstbewusst zu ergänzen: "Wir werden mitkämpfen."

Die Eintracht hat mittlerweile 23 Punkte nach 15 Ligaspielen auf ihr Konto geschaufelt, und dennoch paradoxerweise trotz des Auswärtssieges einen Platz in der Tabelle verloren. Freiburg zog dank des eigenen 5:0-Erfolgs gegen Köln und der besseren Tordifferenz an den jetzt auf Rang neun platzierten Frankfurtern vorbei. Aber sei’s drum. Die Eintracht macht wieder Spaß in diesen Tagen, gerade der wieselflinke und an fast jeder Offensivaktion beteiligte Amin Younes hebt das Spiel auf eine höhere Stufe - und das obwohl die Teamleistung in Mainz ja doch noch ein ganzes Stück weit entfernt war von perfekt.

Gerade in der ersten Hälfte waren die Gäste fußballerisch deutlich überlegen, das war zeitweise ein Klassenunterschied auf dem holprigen Rasen - bis auf das Elfmetertor von André Silva (24.), der zuvor selbst vom Mainzer Moussa Niakhaté zu Boden gezupft wurde, erspielten sich die Hessen aber keine echten Torchancen. Andererseits prallten jegliche Mainzer Angriffsbemühungen am Frankfurter Abwehrblock einfach ab.

Erst in der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte setzten die Hausherren dann ihre stets das Spiel begleitenden Anfeuerungs- und Protestrufe auch in spielerisch gelungene Aktionen um. Burkardts verpasstes Chancen-Dreierlei (54., 56., 60.) hätte dem Spiel ebenso eine andere Wendung geben können wie ein Verzicht auf den Videoschiedsrichter. Nach einer Stunde hatte Referee Bastian Dankert schon für die Nullfünfer auf den Elfmeterpunkt gezeigt, nahm nach Ansicht der TV-Bilder seine Entscheidung aber korrekterweise zurück.

Die Eintracht beendete die Mainzer Drangphase nach 72 Minuten, als erst Kostic scheiterte, im Nachgang aber Hinteregger erneut von Niakhaté strafstoßwürdig gefoult wurde und Silva mit seinem zweiten Tor als elf Metern den Deckel drauf machte.

Zwei Zähler Rückstand sind es nun für die Hessen noch auf Platz fünf, der für eine sichere Qualifikation zur Europa League berechtigen würde. Am Dienstag geht es im Pokal nach Leverkusen, anschließend warten weitere machbare Aufgaben in der Liga gegen Schalke, Freiburg, Bielefeld, Hertha BSC, Hoffenheim und Köln.

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