Wiedersehen nach 147 Tagen: Frankfurts Martin Hinteregger (M., 13) und Basels Silvan Widmer treffen heute erneut aufeinander - die Schweizer allerdings mit dem Vorteil eines 3:0-Sieges aus dem Hinspiel. FOTO: DPA
+
Wiedersehen nach 147 Tagen: Frankfurts Martin Hinteregger (M., 13) und Basels Silvan Widmer treffen heute erneut aufeinander - die Schweizer allerdings mit dem Vorteil eines 3:0-Sieges aus dem Hinspiel. FOTO: DPA

SGE will Berge versetzen

  • vonDPA
    schließen

Die Frankfurter Eintracht ist für Überraschungen in der Europa League bekannt. Nun will der Halbfinalist des Vorjahres beim FC Basel für eine weitere sorgen: Das 0:3 aus dem Hinspiel drehen und ins Finalturnier in Nordrhein-Westfalen einziehen.

Wenn der Glaube Berge versetzen kann, ist Eintracht Frankfurt in der Schweiz besonders gut aufgehoben. 147 Tage nach der 0:3-Pleite im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den FC Basel blickt der Fußball-Bundesligist der Herkulesaufgabe in der Rückpartie mit Zuversicht entgegen. "Vielleicht können wir noch eine Sensation schaffen. Die Chance ist da", meinte Eintracht-Macher Fredi Bobic vor dem zweiten Duell mit dem 20-maligen Schweizer Meister am Donnerstag (21 Uhr/RTL/DAZN). "Ich habe im Europapokal schon vieles erlebt."

Fest davon überzeugt, dass bei den Eidgenossen noch etwas geht, ist ebenso Kevin Trapp (30). "Es wird keine einfache Aufgabe. Aber: Wenn jemand die Sensation packen kann, dann sind es wir", bekräftigte der Nationaltorwart. "Das haben wir in der Vergangenheit schon bewiesen." Zum Beispiel mit den Europa- League-Triumphzug bis ins Halbfinale in der vergangenen Saison oder dem Überraschungsgewinn des DFB-Pokals 2018 gegen den FC Bayern München.

Auch Cheftrainer Adi Hütter (50) hat sich dem ausgeprägten Optimismus angeschlossen, obwohl er nach der Sommerpause seine Spieler erst seit einer Woche beisammen hat. "Wir wollen das Unmögliche möglich machen", bekräftigte der Österreicher. "Wir haben uns das 0:3 selbst eingebrockt, und jetzt versuchen wir, die Suppe wieder auszulöffeln." Sollte dies gelingen und die Hessen ins Finalturnier vom 10. bis 21. August in Nordrhein-Westfalen einziehen, träumt er sogar von dem fast Unvorstellbaren. "Wenn wir es schaffen sollten, in die Mini-Endrunde zu kommen und sie auch noch gewinnen, wären wir in der Champions League", sagte Hütter. "Das wäre ja nicht ganz schlecht. Die Champions League ist natürlich ganz was Großartiges."

Seit dem Trainingsauftakt hat er eine "Basel-Gruppe" gebildet, um angesichts der kurzen Vorbereitungszeit die Mannschaft so optimal wie möglich auf die Aufholjagd im St.-Jakob-Stadion einzustellen. Schließlich müssen die Frankfurter mindestens drei Tore schießen, um in die Verlängerung zu gelangen, und mindestens vier, um ohne Elfmeterschießen weiterzukommen. "Wir möchten die allerletzte Chance für das internationale Geschäft nutzen", betonte Hütter. Den Schweizer Fußball kennt er übrigens gut: 2018 führte er die Young Boys Bern zum Meistertitel.

Auch wenn die Eintracht im Hinspiel eher einen unglücklichen Tag erwischt hatte, dürfte das Gastspiel beim FC Basel alles andere als leicht werden. Immerhin sind die Eidgenossen sechs Wochen im Spielbetrieb und haben erst am Montag die Super-League-Saison als Tabellendritter beendet - und den Einzug in den Europapokal verfehlt.

"Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie kräftezehrend das sein kann", sagte Hütter. Allerdings gewann Basel alle vier Heimspiele in dieser Saison in der Europa League. Mut machte den Frankfurtern ihr ehemaliger Coach Niko Kovac, der mit der AS Monaco am Samstag bei der Eintracht ein Testspiel (1:1) bestritten hatte. "Mit Blick auf das Spiel in Basel sehe ich sie gut aufgestellt", sagte Kovac. Sollten die Frankfurter trotz ihrer 0:3-Hinspielpleite doch noch weiterkommen, würden sie am nächsten Dienstag in Gelsenkirchen gegen Donezk spielen. - Aufstellung / Frankfurt: Trapp - Abraham, Hinteregger, Ndicka - Da Costa, Kohr, Rode, Kostic - Kamada - Silva, Dost.

Bayer ohne Amiri

Bayer Leverkusen muss zum Restart der Europa League auf mindestens vier Spieler verzichten. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen die Glasgow Rangers am Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN) fehlen Trainer Peter Bosz neben den gesperrten Kerem Demirbay und Mitchell Weiser auch Paulinho (Kreuzbandriss) und Nadiem Amiri, der sich wegen eines Corona-Kontaktes im privaten Bereich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben hat. Der Einsatz des angeschlagenen Karim Bellarabi, der nur individuell trainieren konnte, ist fraglich. Nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel stehen die Chancen auf den Einzug in die Endrunde in Nordrhein-Westfalen sehr gut. "Wir haben eine gute Ausgangsposition", sagte Bosz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare