Die Meinungen über die Nations League gehen weiter auseinander. Noch fremdeln viele mit dem Teamevent. Bundestrainer Joachim Löw hat es als pragmatische Gelegenheit für hochwertige Tests akzeptiert. FOTO: AFP
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Die Meinungen über die Nations League gehen weiter auseinander. Noch fremdeln viele mit dem Teamevent. Bundestrainer Joachim Löw hat es als pragmatische Gelegenheit für hochwertige Tests akzeptiert. FOTO: AFP

Wieder im Wettkampfmodus

  • vonDPA
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Wieder ein Neustart: Löws junge Garde hat große Ziele. Die Nations League mit Topgegnern wie Spanien kommt für die EM-Pläne gerade recht. Einen Vorteil nimmt das DFB-Team schon mit. Noch aber beeinflusst die Corona-Pandemie auch weiter die Nationalmannschaft.

Nach 289 Tagen Zwangspause dürfen Joachim Löw und seine erfolgshungrigen Spieler wieder loslegen. Doch beim Neustart der deutschen Nationalmannschaft schlagen beim Bundestrainer noch immer "zwei Herzen in einer Brust", wie der Weltmeister-Coach von 2014 selbst einräumte. Auf der einen Seite kehrt das DFB-Team mit Interims-Kapitän Toni Kroos heute (20.45 Uhr/ZDF) in Stuttgart gegen Spanien endlich in den Wettkampfmodus zurück. Andererseits erlebt Löw in seiner 182. Partie als DFB-Chefcoach eine ungeliebte Premiere. "Als Trainer hatte ich noch nie ein Spiel ohne Zuschauer", sagte der 60-Jährige. Der Start der zweiten Nations-League-Auflage geht als Geisterspiel über die Bühne.

Löw setzt in der Startelf auf die beiden Münchner Leroy Sané und Niklas Süle, die somit zu Comebacks nach ihren Kreuzbandrissen kommen. Sein DFB-Debüt auf der defensiven linken Außenbahn wird Robin Gosens von Atalanta Bergamo geben, kündigte Löw an. Im Tor steht in Abwesenheit von Kapitän Manuel Neuer der Frankfurter Kevin Trapp.

Für das DFB-Team ist es gefühlt mindestens der dritte Neustart nach der völlig misslungenen WM mit dem Vorrunden-Aus in Russland 2018. Zunächst versuchte es der Bundestrainer noch mit dem verdienten Weltmeister-Personal um Thomas Müller und Mats Hummels, dann schickte er über Nacht die jungen Wilden um Serge Gnabry auf den Platz. Und jetzt nach der längsten Länderspielunterbrechung seit 50 Jahren, peilt Deutschland mit neuen Gesichtern den vierten EM-Titel an.

Timo Werner sieht vor seinem Heim-Länderspiel die oft zwiespältig betrachtete Nations League als gute "Vorbereitung auf die EM, um sich einzuspielen und dort den Titel zu holen", erklärte der gebürtige Stuttgarter, der nach seinem Wechsel aus Leipzig beim FC Chelsea weiter zu einem Top-Stürmer reifen will.

Im aktuellen Kader stehen neun Confed-Cup-Sieger von 2017, aber nur noch drei Weltmeister von 2014 (Kroos, Julian Draxler, Matthias Ginter).

Um die neuen Strukturen zu festigen, sind Tests wie gegen Spanien und am Sonntag in der Schweiz als Wettkampfspiele für Löw besonders wichtig. Dass der Bundestrainer auf wichtige Teamsäulen wie die Champions-League-Sieger Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Gnabry und Leon Goretzka vom FC Bayern sowie Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann vom Königsklassen-Halbfinalisten RB Leipzig verzichtet, passt in Sachen Belastungssteuerung in seinen EM-Plan. Zugleich eröffnet sich für den 26 Jahre alten Außenbahnspieler Gosens von Atalanta Bergamo als Neuling gleich die Startelf-Chance.

Und in der Offensive ist Löws Team mit Werner, Sané und dem unmittelbar vor einem Wechsel zum FC Chelsea stehenden Kai Havertz exzellent besetzt.

Voraussichtliche Aufstellungen: Deutschland: Trapp - Ginter, Süle, Rüdiger - Kehrer, Gündogan, Kroos, Gosens - Havertz - Sané, Werner.

Spanien: De Gea - Jesús Navas, Sergio Ramos, Pau Torres, Gayá - Rodri, Fabián Ruíz, Mikel Merino, Thiago - Ferrán Torres, Rodrigo.

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