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Stefan Luitz will seine Klasse am Freitag im Riesenslalom unter Beweis stellen.

Wieder eine Überraschung?

  • vonDPA
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(sid). Eine Medaille haben sie schon mal. Aber ob es mehr werden? Naja, sagt Alexander Schmid, »mein bestes Ergebnis in dieser Saison war ein siebter Platz, ich will mir jetzt nichts ausmalen«. Tatsächlich sind die Aussichten der Deutschen auf einen weiteren Coup nach Bronze mit der Mannschaft im Riesenslalom am Freitag (10 und 13.30 Uhr/ZDF Eurosport) eher düster.

Aber: »Ich will mein Bestes geben«, betont Schmid und ergänzt mit einem Lächeln: »Man ist immer für Überraschungen offen.«

Eine Medaille für Schmid oder Stefan Luitz wäre eine weitere und erneut ziemlich große Überraschung für die deutsche Mannschaft bei der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo. Doch beide, mahnt Alpinchef Wolfgang Maier, »sind gerade keine Kandidaten für eins bis drei«. Aber wer weiß? »Vielleicht«, sagt Maier, »haben sich beide ein wenig Substanz geholt durch die Medaille«. Schmid jedenfalls beteuert: Bronze »gibt mir jetzt noch mal einen Schub«. Und Luitz versichert: »Ich kann mit viel Selbstvertrauen antreten.«

Mit dem Selbstvertrauen ist das allerdings so eine Sache. Seit ihm sein einziger Sieg im Weltcup im Dezember 2018 zunächst wegen der leidigen Sauerstoffaffäre aberkannt und dann doch wieder zugesprochen wurde, ist bei Luitz oft der Wurm drin. Unwidersprochen ist der Allgäuer ein begnadeter Skifahrer - doch abrufen kann er sein gewaltiges Potenzial bisher kaum, zumindest nicht konstant.

Immerhin ist Luitz einer von lediglich vier Deutschen, die einen Riesenslalom gewonnen haben, seit die Disziplin bei der WM 1950 eingeführt wurde: Im Weltcup siegten sonst ebenfalls je einmal nur Max Rieger (1973) und Felix Neureuther (2014) - im Gegensatz zu Markus Wasmeier. Der hob sich zwei seiner größten Erfolge für die ganz großen Momente auf: 1985 siegte er bei der WM in Bormio, 1994 bei Olympia in Lillehammer. Doch was in Cortina auffällt: Die Deutschen rufen bei der WM bessere Leistungen ab als im Weltcup.

Mit dem Talent von Schmid wären andere gerne gesegnet, doch auch er könnte mehr daraus machen. Der oft zu zaghafte Schmid liegt im Weltcup auf Rang 13, Luitz ist 23. - angeführt wird die Riesenslalom-Wertung von Alexis Pinturault (Frankreich), Marco Odermatt (Schweiz) und Filip Zubcic (Kroatien).

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