Handball-Bundestrainer Alfred Gislason hat Torwart Till Klimpke (Bild) von der HSG Wetzlar für die beiden EM-Qualifikationsspiele nachnominiert. FOTO: VOGLER
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Handball-Bundestrainer Alfred Gislason hat Torwart Till Klimpke (Bild) von der HSG Wetzlar für die beiden EM-Qualifikationsspiele nachnominiert. FOTO: VOGLER

Für und Wider

  • vonDPA
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Die zweite Corona-Welle rollt durch Europa. Das schürt auch Ängste bei den deutschen Handballern, die in dieser Woche mit zwei Länderspielen in die EM-Qualifikation starten sollen. Ein Trio fehlt, Wetzlars Klimpke rückt nach.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch reisten Deutschlands Handballer am Montag zum Lehrgang in Neuss an. Mitten in der zweiten Pandemie-Welle beendet die DHB-Auswahl mit den EM-Qualifikationsspielen gegen Bosnien-Herzegowina am Donnerstag in Düsseldorf und gegen Estland am Sonntag in Tallinn ihre achtmonatige Corona-Zwangspause.

Allerdings steht das Duell mit den Bosniern auf der Kippe. Der deutsche Auftaktgegner hat wegen diverser Corona-Ausfälle bei der Europäischen Handball-Föderation die Verlegung der Partie beantragt. Eine Entscheidung stand zunächst aus. Lediglich 14 Spieler stehen dem DHB-Gegner derzeit noch zur Verfügung. "So wollen wir nicht gegen Deutschland spielen", sagte Bosniens Torhüter Benjamin Buric vom deutschen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt am Montagabend.

Auch beim EM-Fünften Deutschland sind die Sorgen größer als die Vorfreude. "Ich halte es für nicht sinnvoll und zumutbar, solch eine Länderspielwoche stattfinden zu lassen", kritisierte Kiels Kreisläufer Hendrik Pekeler die EHF. Seine größten Bedenken: "Ich weiß nicht, wie intensiv und genau woanders getestet wird." Ähnliche Töne schlug Kapitän Uwe Gensheimer an. "Wir freuen uns auch, dass wir uns alle wieder treffen können. Aber man muss sich fragen, ob es in dieser Phase der Saison so sinnvoll ist, dass alle Nationalspieler quer durch Europa reisen müssen", sagte der Linksaußen von den Rhein-Neckar Löwen.

Wegen der Coronavirus-Pandemie musste die EHF bereits zehn in dieser Woche geplante Qualifikationsspiele für die EM 2022 in Ungarn und der Slowakei verschieben. Davon betroffen sind unter anderem der WM-Zweite Norwegen und der WM-Dritte Frankreich. Eine Komplettabsage der Länderspielwoche kam für den Kontinentalverband aber nicht in Betracht.

Bundestrainer Alfred Gislason hat Verständnis für die Bedenken innerhalb der Mannschaft. "Ich verstehe, dass die Spieler sich Sorgen machen", sagte er. Eine intensive Vorbereitung auf die Spiele ist für den 61 Jahre alten Isländer, der gegen Bosnien-Herzegowina mit fast achtmonatiger Verspätung sein Debüt feiern möchte, unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich.

Auch die DHB-Auswahl plagen personelle Probleme. Am Montag musste Gislason seinen Kader wegen des Ausfalls von Torwart Andreas Wolff sowie der Rückraumspieler Philipp Weber und Steffen Weinhold kurzfristig umbauen. Neu ins Team kamen Rückraumspieler Paul Drux (Berlin) und Wetzlars Torwart Till Klimpke, der nach seinem Debüt im Juni 2019 und bislang zwei Länderspieleinsätzen eine neue Bewährungschance erhält. Polen-Legionär Wolff verzichtete trotz eigener negativer Tests wegen positiver Corona-Fälle bei seinem Verein Vive Kielce auf eine Reise nach Deutschland. Der Leipziger Weber musste sich nach einigen Infektionen mit dem Coronavirus beim sächsischen Bundesligisten in häusliche Quarantäne begeben. Der Kieler Weinhold fällt mit einer Gehirnerschütterung aus.

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