Der Weltcup-Kalender der nordischen Kombinierer um Johannes Rydzek ist bislang fast unverändert. Andere Wintersportarten erwischt es da schon schlimmer. FOTO: DPA
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Der Weltcup-Kalender der nordischen Kombinierer um Johannes Rydzek ist bislang fast unverändert. Andere Wintersportarten erwischt es da schon schlimmer. FOTO: DPA

Wettkampf-Wirren im Winter

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(sid). Nachdem die Wintersportarten in der vergangenen Saison noch weitgehend von Einschränkungen durch die Pandemie verschont geblieben waren, ist die Situation 16 Monate vor den Olympischen Winterspielen schwieriger geworden. Es gibt vor dem Start in die Saison viele offene Fragen. Was passiert mit Sportlern aus Risikogebieten? Wie sieht es mit Fans aus? Ein aktueller Überblick:

Skispringen: Für die deutschen Adler steht ein ungewisser Winter mit Heim-WM in Oberstdorf und Skiflug-WM in Planica auf dem Programm. Der Internationale Ski-Verband (FIS) legte fest, dass Weltcups nur durchgeführt werden, wenn mindestens sieben der besten zehn Nationen anreisen können - ohne davor oder danach in Quarantäne zu müssen. Die Teams aus Japan, den USA und Kanada werden daher den gesamten Winter in Europa verbringen. Auch das Thema Zuschauer wird die Springer begleiten. Bei der Weltcup-Station im finnischen Kuusamo (28./29. Nov.) sind keine Fans zugelassen. Die "nationalen und lokalen Behörden" sind entscheidend, für den Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf hat der Ticketverkauf begonnen - jedoch in limitierter Anzahl.

Ski alpin: Der Auftakt in Sölden am 17./18. Oktober wird gleich zum Probelauf für die angedachten "Blasen" im Weltcup, in denen sich die Alpinen im Winter bewegen sollen. Die Nordamerika-Rennen im November und Dezember wurden bereits abgesagt und nach Europa verlegt. Die deutschen Rennen in Garmisch-Partenkirchen (Frauen: 30./31. Januar, Männer: 5./6. Februar) und die WM in Cortina im Februar sollen durchgeführt werden.

Nord. Kombination: Der Weltcup-Kalender der Kombinierer um Vinzenz Geiger und Johannes Rydzek blieb trotz Pandemie nahezu unberührt. Zwei Weltcups werden in Deutschland ausgetragen, im Februar in Klingenthal (6./7. Februar) und der Saisonabschluss im März in Schonach (20./21. März). Auch die Frauen werden erstmals Wettbewerbe im Weltcup bestreiten, in Lillehammer (4./5. Dezember), Otepää (2./3. Januar) sowie bei der WM in Oberstdorf.

Langlauf: Die Langläufer werden nach derzeitigem Stand einen vollen Weltcup-Kalender vorfinden. Kurz vor Weihnachten soll auch das City-Event in Dresden (19./20. Dezember) steigen, der Ticketverkauf startet am 20. Oktober.

Eisschnelllauf/Shorttrack: Viel Ungewissheit bei den Kufen-Sprintern: Die Weltcups im polnischen Tomaszow-Mazowiecki, im norwegischen Stavanger, in Salt Lake City/Utah und im kanadischen Calgary wurden allesamt abgesagt. Wie es weitergeht, ist unklar. Zunächst waren Ersatzveranstaltungen in den Niederlanden angedacht, jene werden aber wohl nicht vor 2021 kommen. Der Weltverband ISU prüft Konzepte.

Bob/Skeleton: Gerade mal sieben Monate liegt sie zurück, die triumphale Heim-WM des besten Bob-Sportlers der Welt: Francesco Friedrich gewann in Altenberg alles, was es zu gewinnen gab - und bekommt in diesen Winter gleich die nächste WM auf heimischem Eis. Corona macht’s möglich. Die Titel der Bob- und Skeleton-Athleten sollten eigentlich im amerikanischen Lake Placid vergeben werden, "zum Schutz der Gesundheit von Athleten und Zuschauern" wurden diese Pläne aber verworfen. Und so steigt die WM in der ersten Februarhälfte schon wieder in Sachsen.

Rodeln: Ähnlich sieht es für die Rodler aus. Auch Felix Loch und Co. bekommen eine unverhoffte Heim-WM. Am Königssee geht es vom 29. bis 31. Januar um Gold - nicht wie vorgesehen im kanadischen Whistler. Das Weltcup-Finale wird in der künftigen Olympia-Eisrinne von Peking gerodelt (20./21. Februar), die übrigen acht Wettbewerbe steigen in Europa. Zuschauer sollen zugelassen werden, die Entscheidungen liegen jedoch bei den Behörden.

Biathlon: Aus sechs mach drei: Die ersten sechs Weltcups werden auf Kontiolahti, Hochfilzen und Oberhof konzentriert. Östersund, Annecy-Le Grand Bornand und Ruhpolding strich die IBU aus dem Kalender. "Die Sicherheit der Sportler hat für uns Priorität", sagte IBU-Präsident Olle Dahlin. Die Minimierung der Reisetätigkeit gehöre "zu den effektivsten Maßnahmen", um das Infektionsrisiko zu minimieren. Ob Fans dabei sein dürfen, entscheiden die Behörden vor Ort. Oberhof (7. bis 10. und 13. bis 17. Januar) hofft trotz der Pandemie derzeit auf 10 000 Zuschauer pro Wettkampftag.

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