Da geht’s in die 2. Liga: Fortuna Düsseldorf mit Rouwen Hennings (l.) und Bremens Niklas Moisander diskutieren im Hinspiel. Beide Klubs liefern sich heute ein Fernduell um den Relegationsplatz und die Chance, noch den Klassenerhalt zu schaffen. DPA
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Da geht’s in die 2. Liga: Fortuna Düsseldorf mit Rouwen Hennings (l.) und Bremens Niklas Moisander diskutieren im Hinspiel. Beide Klubs liefern sich heute ein Fernduell um den Relegationsplatz und die Chance, noch den Klassenerhalt zu schaffen. DPA

Werder hofft auf Wunder

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(dpa). Florian Kohfeldt leidet. Die völlig verkorkste Saison ist am abgestürzten Senkrechtstarter der deutschen Trainer-Branche nicht spurlos vorbeigegangen. Wer den 37 Jahre alten Coach von Werder Bremen am vergangenen Samstag nach der Niederlage in Mainz sah, der erlebte einen niedergeschlagenen und desillusionierten sonstigen Daueroptimisten. "Das war mit Sicherheit der bislang schwierigste Moment, den ich als Trainer hier erlebt habe", meinte der Bremer Coach am Freitag. "Ich hoffe, dass nicht noch ein schlimmerer Moment dazu kommt", sagte Kohfeldt mit Blick auf den Abstiegs-Krimi gegen den 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/Sky).

Dieser "noch schlimmere Moment" wäre der erste Abstieg seit 40 Jahren für Werder, für Kohfeldt - und das darf man ihm bei aller Kritik an seiner Person abnehmen - ein absoluter Herzensverein. Die Ausgangslage ist klar: Die Bremer gehen nach vielen indiskutablen Leistungen und nur einem Heimsieg als Tabellenvorletzter in den letzten Spieltag. Zwei Punkte und vier Tore beträgt der Rückstand auf die Fortuna aus Düsseldorf, die am Samstag parallel bei Union Berlin antreten muss und selbst für klare Verhältnisse sorgen kann, worauf Kohfeldts Düsseldorfer Trainerkollege Uwe Rösler fast genussvoll hinwies. "Wir müssen abliefern, aber wir haben unser Schicksal selbst in der Hand", sagte der Coach.

Unmöglich ist die Rettung für Werder in die Relegation nicht, zumal die Rheinländer sich in dieser Spielzeit als Meister der verpassten Chancen zeigten. Eigentlich müsste die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler längst gerettet sein. Doch weil sie mehrmals sicher geglaubte Siege noch aus der Hand gab, befindet sie sich nun mit den Bremern in einem die Nerven bis aufs Äußerste strapazierenden Fernduell.

"Es ist schwer, aber nicht aussichtslos", sagte Kohfeldt, der seit Montag seine alte Zuversicht wiedergefunden hat. "Es sind nicht drei Punkte und zehn Tore, die wir aufholen müssen." Doch auch schon ein Tor zu erzielen entpuppte sich für die Bremer in dieser Saison daheim als Riesenproblem. Neun mickrige Törchen stehen bislang im Weserstadion zu Buche, wo einst Stürmer wie Ailton, Miro Klose oder Claudio Pizarro Tore am Fließband erzielt hatten.

Für den Peruaner Pizarro, den ausländischen Profi mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga, könnte es am Samstag ein ganz bitterer Abschied sein. Der 41 Jahre alte Spaßvogel beendet seine Karriere nach dieser Saison, in der er meist verletzt zuschauen musste. Gegen Köln kommt er aber zumindest für einen Kurzeinsatz infrage.

Sollte sich Werder nicht mehr in die Relegation retten, in der es zu brisanten Duellen mit dem Nordrivalen Hamburger SV kommen könnte, könnte Pizarro nicht der einzige sein, der seinen letzten Auftritt für Werder hatte. Auch die Zukunft von Kohfeldt ist dann offen, wobei selbst bei einem Klassenerhalt nicht klar ist, ob der Coach weitermacht. Angeblich buhlt 1899 Hoffenheim um den Trainer des Jahres 2018. Doch zumindest öffentlich beschäftigt sich Kohfeldt damit nicht. Der Fokus ist auf Köln gerichtet. "Messer zwischen die Zähne und raus da", gab Kohfeldt die Marschroute vor.

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