Günther Steiner Haas-Teamchef
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Günther Steiner Haas-Teamchef

"Wer würde nicht Schumacher wollen?"

  • vonred Redaktion
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(mme). Vor dem großen Preis von Portugal in Portimao am Sonntag (14.10 Uhr/RTL und Sky) hat das Haas-Team angekündigt, mit zwei neuen Piloten in die neue Saison zu starten. Gut möglich, dass zumindest eines der Formel-1-Cockpits an einen Deutschen geht. Im Interview spricht Haas-Teamchef Günther Steiner (55) über die Zukunft des Rennstalls.

Herr Steiner, sie haben die Trennung von ihren aktuellen Fahrern Kevin Magnussen und Romain Grosjean verkündet. 20021 werden sie mit zwei neuen Piloten antreten. Warum?

Es war Zeit für einen Neuanfang. Kevin und Romain bin ich dankbar für die vergangenen Jahre, aber jetzt ist es Zeit für frischen Wind.

Wann geben Sie die neuen Piloten bekannt?

Hoffentlich bald. Was mir wichtig ist: Dass die Fahrer, die wir 2021 haben werden, auch 2022 im Auto sitzen. Denn da wird alles neu, da wäre es wichtig, die Fahrer zu kennen.

Es gibt Spekulationen, dass Mick Schumacher einer ihrer Piloten werden könnte.

Das ist nicht unmöglich. Die Formel 2 ist dieses Jahr fahrermäßig sehr stark besetzt, da sind viele Fahrer auf dem Markt, nicht nur die drei Ferrari-Junioren. Aber klar: Wir arbeiten eng mit Ferrari zusammen und wenn wir welche aus der Formel 2 nehmen, werden es höchstwahrscheinlich Ferrari-Junioren sein. Und der Name Schumacher ist in der Formel 1 einer der größten überhaupt. Mick fährt auch sehr gut, führt die Formel 2 an. Er ist sehr stark dieses Jahr. Wer würde nicht einen Schumacher wollen, vor allem in dieser Form? Aber die Entscheidung, wen Ferrari weiterschickt, die liegt bei Ferrari. Wir können sagen: Wir wollen den oder jenen, aber ich kenne die Verträge, die Ferrari mit den Junioren hat, und es liegt an ihnen, wen sie weiterhaben wollen.

Auch der Name Nico Hülkenberg wurde genannt.

Wir schauen alles an und dann sprechen wir. Wir müssen als Team wissen, was wir wollen, bevor wir auf die Leute zugehen. Wir wissen, was Nico kann, er ist in der Formel 1 sehr respektiert. Wir verhandeln aber nicht mit Leuten, wenn wir nicht wissen, wo wir hinwollen. Ich hatte die letzten Wochen ziemlich wenig Kontakt mit Nico oder dem Management. Aber wir sprechen miteinander.

Es gab auch Gerüchte, das Haas-Team könnte verkauft werden.

Manche Leute wünschen sich, dass wir verkaufen wollen, um uns für einen kleinen Preis zu bekommen. Aber Gene Haas braucht nicht zu verkaufen. Ich glaube nicht, dass wir das kleinste Budget haben, es gibt Teams mit einem ähnlichen Budget. Wir arbeiten sehr effizient mit einem anderen Modell, in dem wir uns sehr stark an Ferrari anlehnen.

Aber ein talentierter Fahrer, der auch noch Geld mitbringt, wäre doch willkommen. Es geht um den Russen Nikita Mazepin.

Herr Mazepin senior will, dass sein Sohn in der Formel 1 fährt und der Sohn will das auch - mehr noch als der Vater. Mazepin hat eine eigene große Firma, die Kunstdüngerfirma Uralkali, die das Formel-2-Team sponsert. Ich muss herausfinden, wo wir hinwollen, und wenn wir das wissen, werden wir eine Entscheidung treffen. Ich spreche mit Herrn Mazepin genauso wie ich mit Hülkenberg spreche.

Sie liegen nur auf Rang neun in der Konstrukteurswertung. Spielt der schwache Ferrari-Motor dabei eine Rolle?

Ja. Mit den Regelpräzisierungen am Ende des letzten Jahres wurden ein paar Dinge geklärt und das hat dazu geführt, dass Ferrari ein Leistungsdefizit hat. Ferrari hatte nicht die Zeit, den Motor auf die neuen Regeln anzupassen. Das sind die Erklärungen, die ich bekommen habe. Noch haben wir Geduld. Wenn der Motor nächstes Jahr nicht besser ist, wird es neue Erklärungen geben müssen. FOTO: DPA

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