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UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und das Exekutivkomitee haben entschieden, die Auswärtstore-Regel ist hinfällig. IMAGO

Weniger Rechenspiele

  • VonDPA
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Die Europäische Fußball-Union (UEFA) kippt die Auswärtstore-Regel im Europapokal. In der K.-o.-Runde muss nicht mehr so viel gerechnet werden. Aber werden die Partien dadurch spannender?

Arjen Robben steht an der Strafraumgrenze im Tollhaus Old Trafford, lauert auf die Ecke von Franck Ribéry. Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2010 bei Manchester United ist der FC Bayern zu diesem Zeitpunkt aus der Champions League ausgeschieden, es läuft die 74. Minute. Doch der Ball kommt hoch, direkt auf Robben, und der Niederländer erzielt per Volleyschuss das zweite Bayern-Tor. Der deutsche Rekordmeister verliert zwar 2:3 - ist aber nach dem 2:1 im Hinspiel dennoch weiter. Das wäre in der kommenden Saison nicht mehr so.

Nach langer Beratung hat die Europäische Fußball-Union die Auswärtstore-Regel im Europapokal gekippt. Ab der Qualifikationsphase in Champions League und Europa League der kommenden Saison wird nicht mehr zwischen im eigenen und im fremden Stadion erzielten Treffern unterschieden. Die Regel besagte bislang, dass bei Torgleichheit nach Hin- und Rückspiel in der K.-o.-Runde die Mannschaft weiterkommt, die auswärts mehr Treffer erzielt hat.

Paarungen, in denen die beiden Mannschaften in beiden Partien gleich viele Tore erzielen, werden künftig immer in der Verlängerung oder dann im Elfmeterschießen entschieden. Das galt ohnehin schon, wenn die Auswärtstorregel keine Entscheidung brachte.

»Obwohl es keine einhellige Meinung gibt, haben viele Trainer, Fans und andere Interessenträger im Fußball ihre Fairness infrage gestellt und sich für die Abschaffung dieser Regel ausgesprochen«, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin nach einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am Donnerstag. »Die Auswirkungen dieser Regel widersprechen mittlerweile ihrem ursprünglichen Zweck, da sie die Heimmannschaften - vor allem bei Hinspielen - mittlerweile davon abhält, anzugreifen - aus Angst, ein Gegentor zu kassieren.«

Die Auswärtstorregel war 1965 eingeführt worden. In der Europapokal-Geschichte gibt es etliche Beispiele hochemotionaler Spiele, die so entschieden wurden. Borussia Mönchengladbach schied 1985 im Achtelfinale des UEFA-Cups nach einem furiosen 5:1 im Hinspiel aus - weil Real Madrid das Rückspiel im eigenen Stadion mit 4:0 gewann. Eintracht Frankfurt gewann gar den kleinen Europapokal 1980 dank zweier erzielter Auswärtstore in Mönchengladbach (2:3) und knappem Sieg im Rückspiel im eigenen Stadion (1:0). Damals wurde auch das Finale in Hin- und Rückspiel entschieden.

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