Frankfurts Trainer Adi Hütter versucht, den "Mutlos-Vorwurf" zu entkräften. FOTO: DPA
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Frankfurts Trainer Adi Hütter versucht, den "Mutlos-Vorwurf" zu entkräften. FOTO: DPA

Zu wenig Sturm und Drang?

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Nach der Länderspielpause geht es in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt am Samstag (18.30 Uhr/Sky) mit dem Heimspiel gegen RB Leipzig weiter. In den letzten Tagen hat sich Eintracht-Trainer Adi Hütter gegen Kritik zur Wehr gesetzt. Er verteidigt seine Spielweise.

Die etwas andere Promo-Tour des Frankfurter Fußballlehrers Adi Hütter geht munter weiter. Nachdem er in der vergangenen Woche bereits zwei Termine, einen davon auf der von ihm eigentlich ungeliebten Social-Media-Plattform, dazu nutzte, um seine Sicht der Dinge darzulegen, legt er nun durchaus wortgewaltig nach. In Deutschlands größtem Boulevardmedium tritt der 50-Jährige die Flucht nach vorne an und versucht, den seit knapp zwei Wochen latent durchschimmernden "Mutlos-Vorwurf" zu entkräften. Der wurmt ihn ohne Ende. Denn Verzagtheit mag der Österreicher gar nicht. "Ich werde immer mutig bleiben", hat er unlängst der FR gesagt.

Nun also bringt Hütter via "Bild" sein Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass ihm unterstellt wird, er baue zu wenige Spieler ein, die ihre Stärken in der Offensive, in Sturm und Drang haben. "Es ist ja nicht der Fall, dass wir nur mit einer Spitze, drei Sechsern und zwei Außenverteidigern spielen. Wir spielen jedes Mal mit zwei Spitzen, mit Kamada als Zehner und mit zwei sehr offensiven Flügeln", sagt der Trainer und fragt rhetorisch: "Soll das mutlos sein?"

Hütter ist sogar der Ansicht, dass seine Mannschaft sehr offensiv agiere. "Wir könnten uns auch hinten reinstellen und versuchen, mal einen Konter unterzubringen. Aber dann muss man einen anderen Trainer holen. Dafür bin ich nicht der Richtige. So habe ich Fußball nie gedacht." Fakt ist aber auch, dass der Coach seine Ideale schon lange an die Realität angepasst hat. Das ist nicht schlimm, sondern zeichnet einen guten Trainer aus.

Sehr viel interessanter als seine pauschale Rechtfertigung ist aber seine etwas tiefer gehende Ausführung in puncto Spielsystem und Analyse. Denn da wird, wenn man die Worte interpretiert, deutlich, dass sich seine Mannschaft in einem gewissen Ungleichgewicht befindet, frei nach dem Motto: Von allem ein bisschen, aber nichts so ganz. "Ich habe das Gefühl, dass uns immer mehr Mannschaften den Ball überlassen. Ballbesitz bedeutet, dass der Gegner auf Fehler lauert und kontert. Mehr Ballbesitz ist aber nicht unbedingt unsere Absicht, weil es dann schwerfällt, immer gute Lösungen zu finden. Wir sind da in einer Findungsphase." Mit anderen Worten: Fußballerisch ist seine Mannschaft nicht gut genug, um einen Kontrahenten aus den Angeln zu heben. Es ist, kurzum, eine Frage der Qualität.

Und doch hat Hütter gar keine andere Wahl, als seine Mannschaft auf diesem Sektor irgendwie aufs nächste Level zu hieven, denn eine Kontermannschaft, nächster Punkt, ist die Eintracht schon lange nicht mehr. Dazu fehlt ihr die Geschwindigkeit. "Wenn wir tief hinten drin stehen, haben wir einen langen, langen Weg nach vorne", räumt der Fußballlehrer ein. "Und da fehlt uns doch die hundertprozentige Schnelligkeit." Dieses Problem hat Hütter schon lange erkannt, doch auch im Sommer ließ es sich nicht beheben, weil sich die Transfers mit den avisierten Tempospielern nicht realisieren ließen - das liebe Geld.

Und so ist sein Team, gerade gegen aufs Verhindern ausgelegte Opponenten, dazu verdammt, das Spiel zu machen - das gelingt mal besser und mal weniger gut. Sie ist durch die hohen Ballbesitzphasen (samt Fehleranfälligkeit durch technische Defizite oder Pass-ungenauigkeit) und eine zumeist weit aufgerückte Hintermannschaft aber auch anfällig für Gegentore. Die Verantwortlichen sind überdies ob der Sorglosigkeit der Spieler erstaunt, zuweilen scheint es, als könnten sie Gefahren nicht erkennen oder erst dann, wenn es zu spät ist. Auch das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison und auch die letzte nach dem Restart.

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