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Martin Hinteregger ist zurück/bleibt bei der Frankfurter Eintracht.

Weitgehend Einigung erzielt

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Martin Hinteregger ist auf dem Weg nach Frankfurt. Heute steht der Medizincheck an. Dann soll die Unterschrift unter einen langfristigen Vertrag erfolgen.

Seit Wochen waren die Fronten verhärtet, zwischenzeitlich sind die beiden Verhandlungspartner nicht einmal mehr gegenseitig ans Telefon gegangen, da waren zwei echte Dickköpfe am Werk, von denen keiner klein beigeben wollte. Doch Stefan Reuter und Fredi Bobic sind erfahrene Männer im turbulenten Fußballgeschäft, sie haben nicht nur früher auf dem Platz, sondern auch später in ihren Managerbüros schon einige Schlachten geschlagen. Bei einer der härtesten kamen sie gestern zu einem Ergebnis: Martin Hinteregger wird den FC Augsburg verlassen und sich künftig Eintracht Frankfurt anschließen.

"Beide Vereine sind sich über die Wechselmodalitäten weitgehend einig, es sind nur noch Details zu klären", ließ die Eintracht am Nachmittag in einer Pressemitteilung verlauten. Demnach sei Hinteregger beim FCA vom Trainingsbetrieb freigestellt worden, um in Frankfurt heute den obligatorischen Medizincheck hinter sich bringen zu können. Noch am Dienstagmittag ließ der Innenverteidiger die Fuggerstadt hinter sich und brauste im Auto in die Stadt am Main, in der er ja bereits im vergangenen halben Jahr erfolgreich gegen den Ball getreten hatte.

Die letzten zu klärenden Details sind weiterhin jene die Ablösesumme betreffenden. Lange Zeit war die Eintracht nur dazu bereit, zehn Millionen Euro für Hinteregger hinzublättern. Die Augsburger wollten ihrerseits gerne 15 Millionen verdienen. Nun wird die Einigung so ziemlich in der Mitte erfolgen und Hinteregger bei den Hessen alsbald einen langfristigen Vertrag unterschreiben.

Die Verpflichtung des Österreichers ist gleichzeitig das Ende eines teils unwürdigen Hickhacks. Schon direkt nach dem Saisonende hatten sowohl Hinteregger als auch die Eintracht offensiv bekundet, dass sie auch künftig gerne zusammenarbeiten würden. Doch das half kaum, schadete eher. Denn die Augsburger wussten sehr wohl, dass aufgrund der Frankfurter Verkäufe von Luka Jovic und Sebastien Haller eine Menge Kohle bei den Hessen zu holen sein würde. Also trieb Reuter den Preis nach oben, Bobic seinerseits spielte auf Zeit - stets im Wissen, dass Hinteregger ohnehin wegen einer Rippenverletzung anfangs noch nicht fit sein würde. Leicht angeschlagen verpasste er unter anderem ein Augsburger Trainingslager und arbeitete stattdessen in Salzburg an seiner Rückkehr auf den Platz.

Doch dann wurde es für den Österreicher ein wenig ungemütlich: Weil er angeblich mit einem Eintracht-Rucksack zum Augsburger Training erschienen war und wenig später auf einem offiziellen Teamfoto fehlte, machte ihn der Boulevard schlagzeilenträchtig mal eben zu einem Streikprofi. Zwar versuchte Manager Reuter das rasch einzufangen. So stellte er klar, dass es kein Eintracht-, sondern ein Österreich-Rucksack sowie das Fehlen auf dem Foto vorher abgesprochen gewesen sei, so ganz war der Eindruck eines lustlosen Profikickers aber nicht aus der Welt zu schaffen. Zumal Hinteregger ja immer selbst betonte, charakterlich nicht so ganz ins lupenreine Muster eines Profifußballers zu passen.

"Ich habe meinen eigenen Kopf", sagte er auch im Interview Mitte März: "Ich nehme das Geschäft ein bisschen lockerer. Das ist nicht immer gut, aber auch nicht immer schlecht. Eigentlich mag ich es nicht, Schlagzeilen über mich zu lesen."

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