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Fredi Bobic erwägt offenbar seinen Abschied aus Frankfurt.

Weiterhin königliche Aussichten

(dur/sid). In der Vorbereitung der Talkrunde Sky 90 hat die Moderation Jessica Libbertz versucht, sich dem Privatmenschen Adi Hütter zu nähern. Viel ist ihr da nicht zu Ohren gekommen, außer dass er am Herd eine ganz gute Figur abgeben soll, der Trainer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Man hätte über den Familienvater aus Österreich durchaus noch herausfinden können, dass er liebend gerne Vorarlberger Käsknöpfle seiner Mutter isst, in Frankfurt den Opernplatz mag, in seiner Jugendzeit zu Abba und Boney M.

trällerte, sein Idol Diego Armando Maradona war, er zu seiner aktiven Zeit Clarence Seedorf dufte fand, gerne Golf spielt, am Morgen zu einem Espresso nicht Nein sagt und abends ein Gläschen Wein nicht verachtet. Und, ja, kochen kann er auch. »Schnitzel, Gulasch, Pasta - das kriege ich alles hin.« Prompt lud er das Moderatoren- und Expertenteam der Sendung zum Essen mit ihm als Chefkoch zu sich nach Hause ein, »nach Corona natürlich«.

Der 51-Jährige hat sich als Stargast der Talkrunde gut präsentiert, professionell und souverän, nahbar und sympathisch, ohne anbiedernd oder populistisch zu sein. Und er wählte bewusst das Format, um die Spekulationen über einen möglichen Vereinswechsel zu beenden. »Ich bleibe«, sagte er fest. »Da gibt es überhaupt keine Diskussion.« Ein klares Statement, das intern mit Wohlwollen aufgenommen wurde.

Die Eintracht ist bislang gut durch die Krise gekommen, und sie hat weiterhin die große Chance, sich mit der ersten Champions-League-Teilnahme sportlich wie wirtschaftlich in eine andere Phalanx zu katapultieren. »Die Favoriten sind andere. Aber wenn sich eine Chance auftut, muss man sie auch packen«, betonte Hütter. »Wir wollen es unbedingt und können es schaffen.« Die Eintracht spielt unter seiner Ägide eine herausragende Runde, hat nach 23 Runden so viele Punkte auf dem Konto wie seit mehr als 30 Jahren nicht. Die königliche Aussicht ist vorhanden, daran ändert auch das ärgerliche, weil unrunde 1:2 in Bremen nichts. Für die Eintracht gilt es nun, dranzubleiben, sich von diesem Rückschlag nicht aus der Bahn werfen zu lassen.

Bobic will die Hessen verlassen

Fredi Bobic will die Eintracht am Saisonende angeblich verlassen. Das berichtete der Pay-TV-Sender Sky am Montag. Bobic, der einen Vertrag mit Gültigkeit bis 2023 besitzt, habe seinen Wechselwunsch intern bereits kommuniziert. Zuletzt war berichtet worden, Bobic sei beim Ligarivalen Hertha BSC der Wunschkandidat für die Nachfolge des entlassenen Sport-Geschäftsführers Michael Preetz. Bei Radio FFH sagte der Frankfurter Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer: »Wir befinden uns mit Fredi in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit. Er hat bei uns noch zwei Jahre Vertrag.«

Im Falle eines Abschieds stünde den Frankfurtern im Sommer ein Umbruch in der Führungsetage bevor. Der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Sportdirektor Bruno Hübner wird nach zehn Jahren nicht mehr verlängert. Die Nachfolge ist offen.

Löw öffnet Tür für Younes

Da ist in erster Linie der Trainer gefordert, der ein Gespür dafür hat, ob der eine oder andere die Nase vielleicht etwas höher trägt als zuvor. Nach dem Negativerlebnis im Norden hat er zumindest angedeutet, dass er mit der Einstellung nicht zu 100 Prozent zufrieden war. Er wird daher in dieser Woche nach den drei trainingsfreien Tagen wieder sehr genau beobachten und, wenn es sein muss, resolut dazwischenfunken. Insofern kommt der Partie am Samstag gegen den agilen Neuling VfB Stuttgart eine besondere Bedeutung zu, da muss die Eintracht zeigen, ob sie auf Kurs bleibt und die Schlappe in Bremen nur ein Ausrutscher war oder ein Leistungsabfall nebst Einbruchgefahr droht.

Derweil hat Bundestrainer Joachim Löw Mittelfeldspieler Amin Younes nach dessen starken Leistungen die Rückkehr zur Nationalmannschaft in Aussicht gestellt. Der 27-Jährige sei »wirklich wieder sehr im Kommen, er ist absolut ein Thema für uns, ob für die EM oder schon im März«, sagte Löw im »kicker«.

Zuletzt hatte sich Younes Hoffnungen auf eine Rückkehr in die DFB-Auswahl gemacht. »Das wäre für mich nach wie vor etwas Großartiges. Das war immer ein Traum, für Deutschland zu spielen«, sagte er bei Sky Sport News.

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