Weiter in Haft?

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(sid). Gnadenlose Härte oder doch ein milder Spruch? Der Blutdopingprozess um den Sportmediziner Mark S. und seine vier Mitangeklagten geht am Freitag (11.00 Uhr) mit dem Urteil vor dem Landgericht München II zuende. Gebannt wartet nicht nur Sportdeutschland in diesem Musterprozess auf die Entscheidung, ob der Thüringer Hauptbeschuldigte noch weitere Jahre in Haft bleiben muss oder eventuell auf Bewährung freikommt.

Zwischen 2013 bis 2019 sollen unter der Anleitung von Mark S. zwölf Sportler in etwa 100 Fällen gedopt haben. Der Mediziner aus Thüringen war Drahtzieher eines international agierenden Dopingnetzwerkes, seit Februar 2019 sitzt er in U-Haft.

Wegen der Dimension des Skandals setzt auch Alfons Hörmann auf ein gebotenes Strafmaß. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hoffe, »dass all diejenigen, die betrogen haben, gnadenlos bestraft werden«. Kai Gräber, Chef-Ermittler der Schwerpunktstaatsanwaltschaft in München, hatte für Mark S. in seinem Plädoyer ein Strafmaß von fünf Jahren und sechs Monaten beantragt, dazu fünf Jahre Berufsverbot. Die Verteidiger plädierten hingegen für eine Aufhebung des Haftbefehls. Ihr Mandant habe bereits fast zwei Drittel einer aus ihrer Sicht angemessenen Strafe von rund drei Jahren abgesessen. Der Rest wäre auf Bewährung auszusetzen.

Strafmildernd dürfte sich das Verhalten von Mark S. auswirken. Auch nach den Plädoyers am 8. Januar hatte er sich reuig gezeigt. »Ich bin falsch abgebogen, das ist alles meine Schuld. Für die Sch...., die man verbockt hat, muss man geradestehen«, sagte der Sportmediziner. Aufgeflogen war das Dopingsystem durch Razzien im Rahmen der Operation Aderlass im Februar 2019 während der nordischen Ski-WM in Seefeld und in Erfurt.

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