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Wehen Wiesbaden auf dem Weg zum »Abenteuer 2. Liga«

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Markus Kauczinski zeigt es an - dort geht es für Wehen Wiesbaden in die 2. Liga. IMAGO © Imago Sportfotodienst GmbH

(dpa/lhe). »2. Bundesliga wir kommen« prangte im Sommer 2019 auf den T-Shirts der Spieler des SV Wehen Wiesbaden, als sie auf dem Schlossplatz ausgelassen den Aufstieg feierten. Solche Szenen könnte es auch anno 2023 geben. Als derzeit Tabellendritter der 3. Fußball-Liga darf der Verein trotz zuletzt zwei Niederlagen weiterhin vom direkten Aufstieg ins Unterhaus der Bundesliga träumen - zumal der momentane Tabellenzweite SC Freiburg II nicht aufsteigen kann.

»Ein Aufstieg würde für den Verein die Möglichkeit eines weiteren Wachstums bedeuten«, sagte SVWW-Geschäftsführer Nico Schäfer. Nach 2007 und 2019 wäre es der dritte Aufstieg für die Hessen. In der vergangenen Saison verspielte das Team diesen bereits vier Spieltage vor Schluss. »Momentan sind wir in einer besseren Ausgangsposition als im letzten Jahr«, sagte Schäfer. »Insgesamt sind wir in der Konstellation, in der wir mit wenigen Wechseln seit sechs Jahren zusammenarbeiten, deutlich gefestigter für das Abenteuer 2. Liga, das dann kein Abenteuer bleiben soll.«

Zur veränderten Konstellation gehört auch Cheftrainer Markus Kauczinski. Anfang November 2021 übernahm der 53-Jährige das Amt. »Diese Saison konnte er seine Vorstellungen noch viel besser einbringen, weil er eine komplette Vorbereitung absolvieren konnte und nicht während der Saison kam«, so Schäfer, der auch sonst nur lobende Worte für den Coach findet. »Er steht vollkommen hinter dem Club und der Philosophie und dem, was wir erreichen wollen. Das bringt er mit jeder Faser rüber.« Das gegenseitige Vertrauen zeigte zuletzt auch die vorzeitige Vertragsverlängerung um zwei weitere Jahre bis Sommer 2025.

»Ich bin ja freiwillig da hin gegangen. Ich hatte das Gefühl, dass ich zwei, drei Jahre mal was aufbauen kann, das ist eine lange Zeit im Fußball. Der Verein hat ja als Vision ausgegeben, bis 2026 aufzusteigen und sich mittelfristig in der zweiten Liga zu etablieren«, sagte Kauczinski.

Angesichts der aktuellen Situation scheint der Aufstieg schon um einiges früher möglich. »Wir haben die Fähigkeit dazu. Ob auch die Reife, zeigt sich am Ende, ob man es geschafft hat«, betonte Kauczinski und erntet damit Zustimmung von Schäfer: »Wir wirken sehr gefestigt und können das Ziel erreichen, wenn wir unsere Leistung bringen. Aber wir müssen weiter wachsam sein.«

Auch in Sachen Infrastruktur sei der Verein besser aufgestellt. Während beim Aufstieg 2019 der Tribünen-Bau noch während der Saison in vollem Gange war, um die Zuschauerkapazitäten der 2. Liga zu erfüllen, gebe es jetzt keine Hindernisse mehr. Stattdessen könnte ein Aufstieg die neue Tribüne mit Fans füllen. »Wir hatten in der zweiten Liga seinerzeit knapp 6000 Zuschauer im Schnitt und das nur mit drei Tribünen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir unsere Zuschauerzahlen gegenüber der dritten Liga nahezu verdoppeln würden«, sagte Schäfer.

Auch sonst wäre ein Aufstieg, nicht zuletzt durch steigende Fernsehgelder, sehr lukrativ. »Unser Etat für den Profikader würde sich verdoppeln«, erklärte Schäfer. Momentan betrage das Saisonbudget rund 5,5 Millionen Euro. Trotz der Mehreinnahmen würde es im Aufstiegsfall aber keine große Shoppingtour auf dem Transfermarkt geben. Die junge und entwicklungsfähige Mannschaft als Fundament soll im besten Fall lediglich ergänzt werden. »Wir sind natürlich auch schon am Sichten«, sagte der 54-Jährige.

Zunächst richtet sich der Fokus aber auf den Liga-Alltag. »Im Moment habe ich noch gar nicht das Gefühl, dass es ein Thema in der Mannschaft ist. Der Druck wird steigen, der Stress auch, klar«, sagte Kauczinski. Am Samstag (14.00 Uhr) kommt es gegen den FC Ingolstadt zum Aufeinandertreffen mit einem seiner Ex-Vereine. Ingolstadt ist auch die Mannschaft, gegen die Wiesbaden in der Relegation 2019 den Zweitliga-Aufstieg feiern konnte.

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