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Janina Hechler (vorne) trifft mit Eintracht Frankfurt am Sonntag im Pokal-Finale auf Titelverteidiger VfL Wolfsburg um Dominique Janssen. IMAGO

Warten auf eine Schwester

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(sid). Die Pokal-Königinnen vom VfL Wolfsburg wollen ihre »Wahnsinnsserie« ausbauen, der freche Underdog Eintracht Frankfurt soll eine »Schwester« für die Männer-Trophäe von 2018 erobern. Vor dem Geisterspiel im 41. DFB-Pokalfinale der Frauen heizte sich vor allem der Herausforderer vom Main emotional auf das Highlight am Sonntag (16 Uhr/ARD) in Köln ein.

So streckte Frankfurts Vereinspräsident Peter Fischer seinen Fußballerinnen in einer Videobotschaft den Goldpokal vom Cup-Coup der Männer gegen Bayern München entgegen. »Ich habe hier etwas, was so allein ist seit drei Jahren, was unbedingt eine Schwester braucht. Und jetzt stehen wir alle hinter euch. Auf jetzt!«, sagte Fischer. In der Premierensaison unter dem Eintracht-Dach schaffte es der Bundesliga-Sechste trotz einiger Corona-Rückschläge ins Endspiel. Dort soll nach der Fusion im Sommer an die große Historie des Rekordsiegers 1. FFC Frankfurt (neun Titel) angeknüpft werden. »Wir werden alles dafür tun, den Pokal nach Frankfurt zu bringen«, versprach Trainer Niko Arnautis.

Doch die begehrte elf Kilogramm schwere Silbertrophäe befindet sich seit 2015 in den Klauen der Wölfinnen, die das Kölner Stadion längst ihr »Wohnzimmer« nennen. Die Statistik ist unglaublich: Der siebte Pokaltriumph nacheinander soll her, es wäre der achte in neun Jahren, seit 34 Spielen ist der VfL in seinem Lieblingswettbewerb unbesiegt. »Wir können eine wahnsinnige Serie ausbauen«, befand der nach vier Jahren als Cheftrainer scheidende Stephan Lerch und attestierte seinem Team eine Art Sieger-Gen: »Die Mannschaft strebt immer nach maximalem Erfolg.« Dass der erfolgsverwöhnte Klub nach zuletzt vier Double-Gewinnen in dieser Saison als Liga-Zweiter hinter Bayern München nur noch den DFB-Pokal in der eigenen Hand hat, erhöht aber durchaus den Druck.

Der VfL bereitet sich wie in den letzten Pokal-Endspielen auf einen heißen Tanz vor. »Die Außenseiter wachsen in diesen Spielen über sich hinaus. Wir müssen uns wieder auf ein enges Spiel einstellen«, so Lerch, der künftig die männliche U17 der TSG Hoffenheim trainiert. Einen Vorgeschmack lieferte die Generalprobe am Sonntag, als sich Wolfsburg in Frankfurt zu einem 3:2 zitterte.

Daher sprach auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg voller Vorfreude von einer »spannenden Konstellation« mit erfahrenen Wolfsburgerinnen auf der einen Seite und dem »jungen, ambitionierten« Eintracht-Team, das mit dem jüngsten Auftritt bewiesen habe, »dass auch sie selbstbewusst in dieses Endspiel gehen können«.

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