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Dortmunds Erling Haaland (r.) trifft, Schalke taumelt dem Abstieg entgegen.

Vorerst letztes Revierderby?

  • vonSID
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Eigentlich sollte ein Sieg im Revierderby gegen den BVB für Rückenwind im Abstiegskampf sorgen. Doch nach dem 0:4 scheint die Lage beim FC Schalke aussichtslos. Die Fans beider Clubs dürfen zwar nicht ins Stadion, sorgen aber trotzdem für Ärger.

Selbst die Erzrivalen empfanden Mitleid. Bei aller Begeisterung über den höchsten Sieg beim FC Schalke seit über 56 Jahren verzichteten die Fußball-Profis von Borussia Dortmund nach dem 4:0 (2:0) auf Schadenfreude. Die Vorahnung, dass es das vorerst letzte Revierderby gewesen sein könnte, stimmte selbst den gebürtigen Dortmunder Marco Reus milde: »Wenn ich auswählen dürfte, würde ich sie schon drin lassen«, kommentierte der Kapitän, bevor die BVB-Profis von den Fans in Dortmund mit Pyro in Empfang genommen wurden.

Doch die Chancen auf eine baldige Neuauflage des Liga-Klassikers sind angesichts der Schalker Abstiegsnöte auf ein Minimum gesunken. Seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung 1995/96 gab es noch nie ein Team mit nur neun Zählern nach 22 Partien. Eine solch desaströse Bilanz zu diesem Saisonzeitpunkt hatten umgerechnet zuletzt der Wuppertaler SV und Tennis Borussia Berlin in der Spielzeit 1974/75. Wirklich überzeugend klangen die neuerlichen Durchhalteparolen von Trainer Christian Gross deshalb nicht: »Man sollte uns nicht zu früh abschreiben. Wir glauben bis zum vielleicht bitteren Ende, dass es noch möglich ist.«

Nicht nur der große Abstand zum Relegationsrang, sondern auch das Verletzungspech stimmt selbst Daueroptimisten skeptisch. Dass die zu Jahresbeginn verpflichtete Sturmhoffnung Klaas-Jan Huntelaar seit Wochen wegen einer Wadenzerrung nur zuschauen kann, sich Neuzugang Shkodran Mustafi beim Aufwärmen vor der Partie verletzte und Stammkeeper Ralf Fährmann mit einer Bauchmuskelblessur in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden musste, passte ins Bild eines vom Glück verlassenen Abstiegskandidaten.

Schnell entlud sich bei einigen Fans der Frust über die anhaltende Erfolglosigkeit. Ungeachtet des coronabedingten Zuschauerverbots versuchten rund 200 Anhänger nach der Partie in das Stadion zu gelangen, wurden aber erfolgreich daran gehindert. Dagegen wurden die Dortmunder von ihrem Anhang bei der Rückkehr zum eigenen Trainingszentrum euphorisch gefeiert. Weil einige der rund 150 bis 200 Fans dabei weder Masken trugen noch den notwendigen Abstand einhielten, räumte der BVB Verstöße gegen die Corona-Regeln ein.

Besonders bejubelt wurden die Torschützen Jadon Sancho (42.), Haaland (45./79.) und Raphael Guerreiro (60.). Dank ihrer Treffer schöpfte der BVB wieder neuen Mut im Kampf um einen Champions-League-Platz, der aber noch immer sechs Punkte entfernt liegt.

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