Jan-Lennard Struff tritt ab heute bei der neuen Wettkampfserie des DTB in Aktion. FOTO: DPA
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Jan-Lennard Struff tritt ab heute bei der neuen Wettkampfserie des DTB in Aktion. FOTO: DPA

Vorbereitung auf den Tag X

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Die Fußball-Bundesliga kürt bald ihren Meister - ebenso wie die Bundesliga-Basketballer bei ihrem Finalturnier. Und auch im Tennis bewegt sich was. Um Weltranglistenpunkte geht es - anders als sonst - vorerst aber weiter nicht.

Es wird wieder Tennis gespielt. Nicht bei den French Open und ohne den normalen Trubel, aber mit dem letztjährigen Paris-Achtelfinalisten Jan-Lennard Struff. Der Deutsche Tennis Bund startet eine Wettkampfserie mit einem interessanten Konzept. Am heutigen Dienstag geht es unter Auflagen in der Coronavirus-Krise los. "Ich finde diese Idee einfach eine coole Sache", sagte Struff.

Was steckt hinter der Serie des DTB? Alle Turniere der WTA- und ATP-Tour sind seit Mitte März abgesagt. Offiziell läuft die Pause momentan bis zum 31. Juli. Dass es dann weitergeht, ist zweifelhaft. In dieser Zwangspause will der DTB seinen Spielern helfen, die Zeit zu überbrücken und ihnen Matchpraxis als Vorbereitung auf den noch nicht absehbaren Tag X ermöglichen. "Nach einer längeren Pause brauchen die Spieler immer eine Weile, um wieder ihren Rhythmus zu finden und ihre wahre Leistung abzurufen", erklärte Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann. Bundestrainerin Barbara Rittner sagte: Es gehe darum, "die ganze Sportart wieder ein bisschen ans Laufen zu bringen". Mit DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard hat sie an den Details der Serie gefeilt.

Spielen die Tennis-Stars Angelique Kerber und Alexander Zverev mit? Nein. Weder die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber noch der Weltranglistensiebte Zverev sind dabei. Für die besten deutschen Profis ist die Serie auch nicht unbedingt gedacht. Zu den prominentesten Teilnehmern zählt neben dem Weltranglisten-34. Struff der French-Open-Sieger im Doppel, Kevin Krawietz. Bei den Damen führen Laura Siegemund und Anna-Lena Friedsam aus dem Fed-Cup-Team das Feld an. Interessant wird der Comeback-Versuch von Carina Witthöft, die ihre Karriere seit Längerem unterbrochen hat. 32 Herren und 24 Damen nehmen teil.

Wie laufen die Mini-Turniere ab? Wer verliert, ist nicht gleich ausgeschieden - anders als bei den meisten anderen Turnieren der Profis. In Vierergruppen tritt jeder gegen jeden an, es folgen Platzierungsspiele zwischen zwei Gruppen an einem Standort. "Ich bin wirklich gespannt, wie schnell ich wieder in den Turniermodus finde werde", meinte Siegemund. Die Wettkampf-Serie beginnt mit einer Vorrunde, die beiden Besten der Gruppen kommen dabei jeweils weiter. Mit einer Zwischen-, Halbfinal- und Finalrunde zieht sich die Serie bis zum 26. Juli. Herren (ab 9. Juni) und Damen (ab 16. Juni) spielen - abgesehen von der Finalwoche - wochenweise abwechselnd. Weltranglistenpunkte werden nicht verteilt.

Was ist noch anders als sonst? Hände schütteln oder sich nach dem Match umarmen ist tabu. Der DTB hat ein Hygienekonzept ausarbeiten lassen, das die jeweiligen Veranstalter von den zuständigen Behörden genehmigen lassen mussten, wie DTB-Sportdirektor Eberhard erklärt. Ballkinder und Linienrichter gibt es nicht, nur ein Stuhlschiedsrichter soll auf dem Platz sein.

Wo wird gespielt? In elf Städten. Bei der Auswahl wurden Bundesliga-Clubs und Standorte kleinerer Turniere bevorzugt, auch Bundesstützpunkte sind dabei. Die Herren beginnen in Großhesselohe, Neuss, Troisdorf und Überlingen.

Die Damen starten unter anderem in Stuttgart. Die Finalrunden werden in Großhesselohe (Herren) und Versmold (Damen) ausgetragen.

Können Tennis-Fans zuschauen? Zahlende Zuschauer bei den Damen sollen - nach aktuellem Stand - vorerst nicht zugelassen werden. Bei den Herren habe der Verband die Entscheidung den einzelnen Veranstaltern je nach Erlaubnis der Behörden überlassen, teilte der DTB mit. Neuss und Troisdorf kündigten beispielsweise an, dass Karten verkauft werden sollen. Online sollen die Partien auf www.tennischannel.com gezeigt werden.

Ist es das einzige Event dieser Art? Nein. Schon vom 1. Mai an wurde eine kleine Serie im rheinland-pfälzischen Höhr-Grenzhausen veranstaltet. Ab Mitte Juni soll eine Adria-Tour des Weltranglistenersten Novak Djokovic beginnen, bei der auch Zverev mitmacht. Für Mitte Juli sind zudem zwei Kurzturniere in Berlin geplant - mit Zverev, der früheren Wimbledon-Halbfinalistin Julia Görges, aber auch mit Topspieler Dominic Thiem aus Österreich und dem Australier Nick Kyrgios.

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