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Etwas verhalten fällt der Jubel von Tiraspols Sebastien Thill (l.) nach seinem Siegtreffer in Madrid aus.

»Vom Sheriff erschossen«

(sid). Sebastien Thill konnte nicht realisieren, für welche Fußball-Sensation er gesorgt hatte. Der »Scharfschütze« von Sheriff Tiraspol grinste nur ein wenig, zuckte mit den Schultern, schüttelte den Kopf - der Luxemburger brachte nach dem 2:1 (1:0) des krassen Außenseiters aus Moldau bei Real Madrid kaum mehr als ein paar Phrasen heraus.

Ganz im Gegensatz zum Last-Minute-Siegtorschützen flippte die Fußballwelt im Anschluss an den Erfolg des Debütanten in der Champions League bei den Königlichen aus. Medien wie Fans freuten sich über den Coup und hatten nur Häme für Real übrig. Die Schlagzeile »Erschossen vom Sheriff« hatte die spanische Zeitung »Mundo Deportivo« nicht exklusiv, vor allem im Internet gingen Sprüche wie »Zwei Schüsse reichen dem Sheriff« viral. Um sich über den »Superligisten« lustig zu machen, hatten Vergleiche zwischen Madrid und Moldaus Serienmeister Konjunktur. So wurde der Kaderwert des Klubs aus der autonomen Region Transnistrien (12 Millionen Euro) dem Reals (794) gegenübergestellt. Um diese Zahlen scherte sich Frank Castaneda allerdings herzlich wenig. »Wir sind nach Madrid gekommen, um zu gewinnen - wir wollten nicht bloß den Stars zuschauen«, sagte der Kapitän des Teams aus dem Besitz eines Großkonzerns.

In der Tabelle rangiert der Klub mit sechs Punkten nun auf dem ersten Platz, der Einzug ins Achtelfinale ist keine Utopie mehr - auch wenn Trainer Jurij Wernydub das nicht hören möchte. Er sagte: »Wir gehen einfach nur einen Schritt nach dem nächsten.«

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