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Die deutschen Nationalspieler feiern das 4:1 in Armenien nach Spielschluss eher verhalten, zu deutlich war die Überlegenheit in den 90 Minuten zuvor.

Volle Kraft Richtung Katar

Sieben Siege verleiten Hansi Flick noch nicht zu WM-Euphorie. Aber der Ton hat sich verändert. Die Selbstzweifel nach dem Ende der Ära Löw sind unter dem neuen Trainer verschwunden. Der Konkurrenz für Katar wird klargemacht: »Wir brauchen uns nicht zu verstecken.«

Thomas Müller muss jetzt nicht ständig seine E-Mails checken. In freudiger Erwartung der angekündigten WM-Hausaufgaben von Hansi Flick verwies der Bayern-Anführer gleich nach dem gelungenen Qualifikationsabschluss beim 4:1 in Armenien auf seine beim Bundestrainer bekannten Kontaktdaten. Post von Flick wird es vor Weihnachten für die Fußball-Nationalspieler aber ohnehin noch nicht geben. Erst nach der Winterpause sollen den Katar-Kandidaten die speziellen Trainingspläne für die Zeit bis zu den ersten harten WM-Tests im März zugestellt werden.

Eine klare Botschaft an die Titel-Konkurrenz von Europameister Italien bis Weltmeister Frankreich und Rekord-Champion Brasilien hatte Flick aber noch in der armenischen Herbstkälte parat. »Ich glaube schon, dass wir eine gute Qualität haben. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Ich denke schon, dass die Spiele gezeigt haben, dass wir zurück sind. Gerade die Art und Weise, wie wir Fußball spielen«, sagte der 56-Jährige nach dem siebten Sieg im siebten Spiel unter seiner Leitung.

Das Projekt »Rückkehr zur Weltspitze« läuft für Flick nach Plan. Er selbst ist längst im WM-Tunnel und machte klar, dass die Leistung seiner Spieler auch nach den leichten Erfolgen gegen die Kontrahenten der europäischen B- und C-Kategorie in der souverän gewonnenen Europa-Gruppe J weiter stimmen muss. »Aber wir werden sie anschauen, wir werden gucken, was sie anbieten und werden dann den Kontakt halten. Ab Januar geht es dann los«, sagte Flick über sein Spieler-Monitoring - und fügte an, was die Titelfavoriten für die Wüsten-Endrunde aufhorchen lassen dürfte: Das aufstrebende DFB-Team sei »noch lange nicht am Ende«.

Für Flick und DFB-Direktor Oliver Bierhoff beginnt die Detailarbeit. Im März soll ein Testspiel gegen einen »Hochkaräter« weit entfernt von der Kategorie Liechtenstein oder Armenien Aufschluss über das wirkliche Leistungsvermögen geben, »weil für uns für den nächsten Schritt auch wichtig ist, dass wir einen richtigen Gegner haben«. In den kommenden Tagen wolle man möglichst Vollzug melden.

Um Länderspiel-Doppelungen mit den am 16. Dezember von der UEFA in Montreux zugelosten künftigen Kontrahenten in der Nations League zu vermeiden, kämen die Niederlande als erster Prüfstein in Betracht. Oranje muss allerdings am Dienstag gegen Erling Haalands Norweger noch das direkte WM-Ticket sichern, sonst wäre der Klassiker wegen der WM-Playoffs für das Van-Gaal-Team im März nicht möglich.

Klar ist für die Flick-Auswahl, dass es auf dem Weg nach Katar 2022 mindestens zweimal entweder gegen Titelverteidiger Frankreich, Europameister Italien, Spanien oder Belgien geht. England ist ein weiterer möglicher Gegner in der Nations League. Da ist im Juni und September also für manche Bewährungsprobe im WM-Vorlauf gesorgt.

Nach einer Woche mit großem Corona-Wirbel und ungewöhnlicher Verletzungsmisere kann Flick als positiven Aspekt verbuchen, dass er eine größere Personalauswahl hat, als lange im selbstzweifelnden deutschen Fußball gedacht. »Es ist gut, dass wir einen breiten Kader haben, das hat sich jetzt auch wieder gezeigt, dass sich da der eine oder andere noch mal zeigen kann, wie man es in der Form vielleicht nicht erwartet hat«, sagte Flick. Das Kandidaten-Casting wird spannend werden, auch wenn nach jetzigem Ermessen 17 der 23 WM-Plätze eigentlich schon vergeben sein sollten (siehe Bericht rechts).

Personelles Sonderlob vermied Flick. »Es ist einfach eine Sache, die mir gefällt, weil jeder gerne Nationalspieler ist, gerne dabei ist in diesem Kreis, ich würde schon sagen, fast eine familiäre Atmosphäre herrscht, und genau das kenne ich von der Nationalmannschaft«, sagte der Bundestrainer. Nicht nur Müller wird sich also über DFB-Post freuen. »Also, da kann schon was kommen und das zeigt dann dieses Bewusstsein, dass es wichtig ist, dran zu bleiben und ich glaube, egal wer auf dem Platz war, jeder ist voll da«, sagte Müller.

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