Groß ist die Freude bei Ivan Perisic (2.v.l) und Thomas Müller (links Leon Goretzka) nach dem Treffer zum 4:0-Endstand. Berlins Marko Grujic (vorne) ist bedient. FOTO: DPA
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Groß ist die Freude bei Ivan Perisic (2.v.l) und Thomas Müller (links Leon Goretzka) nach dem Treffer zum 4:0-Endstand. Berlins Marko Grujic (vorne) ist bedient. FOTO: DPA

Sonntagspiel

Volland schnürt Doppelpack

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Der Start ins Jahr 2020 ist für den FC Bayern geglückt, das Zeichen an die Konkurrenz ist deutlich. Nur eine Halbzeit lang kann Jürgen Klinsmanns Hertha den Meister ärgern. Die Münchner Jagd auf Herbstmeister Leipzig ist mit dem 4:0-Sieg eröffnet.

(dpa). Bayer Leverkusen hat mit zeitweise furiosem Offensivfußball einen Traumstart in die Rückrunde hingelegt und bleibt im Rennen um die Champions-League-Plätze weiter dick im Geschäft. Die vor allem in der ersten Hälfte dominante Mannschaft von Trainer Peter Bosz besiegte den SC Paderborn zum Abschluss des 18. Spieltags der Fußball-Bundesliga am Sonntagabend verdient mit 4:1 (3:0).

Der starke Doppelpacker Kevin Volland (11./14. Minute), Julian Baumgartlinger (36.) und Kai Havertz (75.) erzielten vor 14 889 Zuschauern in Paderborn die Tore für die Gäste aus dem Rheinland, die in der Tabelle wieder auf Rang sechs vorrückten. Der Rückstand auf den ersten Königsklassen-Platz beträgt nur zwei Zähler. Paderborns Hoffnungen auf den Klassenverbleib erhielten dagegen einen herben Dämpfer. Der Treffer von Dennis Srbeny (51.) war zu wenig, sechs Punkte fehlen dem Tabellenletzten auf den rettenden 15. Rang.

Volland war rundum zufrieden. "Wir haben die Torchancen genutzt - auch zur richtigen Zeit", sagte der Angreifer nach dem schnellsten Doppelpack seiner Karriere.

Am Ende sah Jürgen Klinsmann auf der Hertha-Bank nur noch regungslos zu. "4:0 in Berlin - das schafft auch nicht jede Mannschaft", kommentierte Bayern-Trainer Hansi Flick den gelungenen Rückrundenstart des Titelverteidigers aus München bei Hertha BSC. "Wir haben die Chancen in der zweiten Halbzeit eiskalt genutzt", sagte Flick. Seine Mannschaft hatte kurz die Muskeln spielen lassen und jagt jetzt bereits als Tabellenzweiter der Fußball-Bundesliga den Herbstmeister RB Leipzig.

"Wir nehmen es gerne mit. Es gibt der Mannschaft auch einen Ticken Selbstvertrauen", erklärte Flick. Sein Team hat in Berlin mit einer konzentrierten halben Stunde der Konkurrenz deutlich gemacht, dass der nationale Branchenführer auf Attacke-Modus gestellt hat. Mit dem 4:0 (0:0) am Sonntagabend bei Hertha bleibt der FC Bayern den Leipzigern mit vier Zählern Rückstand auf den Fersen. Thomas Müller (60.), Robert Lewandowski per Foulelfmeter (73.), Thiago (76.) und Ivan Perisic (84.) sorgten für den verdienten Auswärtserfolg. Für Klinsmanns Hertha war es nach vier Spielen ohne Niederlage ein bitterer Rückschlag. Die Berliner liegen als 14. nur zwei Punkte über der Abstiegszone. "Knackpunkt war der Elfmeter. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen mal so einen Elfmeter für uns bekommen", bemerkte ein verärgerter Klinsmann, dessen Trainerlizenz am Wochenende verlängert worden war und der die Aktion von Lukas Klünter gegen Nationalspieler Leon Goretzka "anders" als elfmeterwürdig gesehen hatte.

"Wir haben Hertha ein bisschen müde gespielt, da wurden die Lücken in der zweiten Halbzeit größer. Da haben wir mehr aufs Tempo gedrückt. Als der Knoten offen war, hat sich Hertha nicht mehr gewehrt", sagte Müller beim TV-Sender Sky.

Enttäuschung herrschte dagegen bei den Berlinern. "Die individuellen Qualitäten kamen zum Tragen", sagte Davie Selke zu den Bayern. "Wie sie es ausgespielt haben, war schon stark."

(dpa). Mit dem Spielball als wertvoller Trophäe unter dem Arm schritt Erling Haaland nach seinem Mega-Debüt mit Dreierpack stolz durch die Katakomben des Augsburger Stadions. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht von drei Toren geträumt, sondern von zweien - und das war schön", sagte der erst 19 Jahre alte Norweger. Nicht nur mit der irren Tor-Show, sondern auch mit seiner coolen, unbekümmerten Art erstaunte Haaland nach dem 5:3 sogar die Chefs von Borussia Dortmund. "Ein Traum-Debüt. Ich habe kurz mit ihm gesprochen, und er hat gesagt: Das ist der Grund, warum Ihr mich gekauft habt", berichtete Sportdirektor Michael Zorc mit einem lauten Lachen. "Und das stimmt."

1:3 lag der bis dato enttäuschende BVB in Augsburg zurück - dann kam Urgewalt Haaland. Drei Tore in 23 Minuten Einsatzzeit, die für einen Fußball-Teenie imponierende Körpersprache und eine beeindruckende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss verhinderten den Rückschlag zum Rückrundenstart der Bundesliga.

Wie einst Pierre-Emerick Aubameyang beim Debüt im Jahr 2013 - ebenfalls gegen Augsburg - traf Haaland beim Borussia-Start gleich dreifach. "Ich wollte so viel positive Energie wie möglich reinbringen und das Spiel drehen", beschrieb es der Modellathlet. Reihenweise lobten ihn Gegner wie Teamkollegen. "Tolle Verpflichtung, toller Junge und ich hoffe, er wird noch viel Spaß mit uns haben", sagte 2014er Weltmeister Mats Hummels über die neue Bundesliga-Attraktion.

20 Millionen Euro zahlte der BVB im Winter an Red Bull Salzburg für das Sturmjuwel, das so viele europäische Topclubs liebend gern verpflichtet hätten. Doch Haaland und sein Vater, der frühere Premier-League-Profi Alf-Inge Haaland, sahen nach dem Fußball-Biotop Salzburg das Karrieresprungbrett Dortmund als perfekte nächste Entwicklungsstufe an.

"Er will lernen, er ist aufnahmefähig, hat eine top Mentalität und hat mit 19 viel Potenzial", sagte BVB-Trainer Lucien Favre über den Super-Joker, der trotz seines "absolut fantastischen" Einstandstag wunderbar geerdet wirkte.

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