"Visier hoch und Attacke!"

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Es ist lange her, dass Eintracht Frankfurt einen Erfolg beim 1. FC Köln bejubeln konnte. Im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft käme das Ende der Negativserie gegen den punktgleichen Rivalen gerade recht.

An den letzten Bundesligasieg von Eintracht Frankfurt in Köln können sich nur noch ältere Fans erinnern. Beim 3:2 am 7. Mai 1994 schossen Ralf Weber, Maurizio Gaudino und Anthony Yeboah die Tore für die Hessen. 23 Jahre später sieht Eintracht-Trainer Niko Kovac die Zeit gekommen, die Negativserie endlich zu beenden. "Ich hoffe, dass das Gesetz der Serie kippt. Wir werden alles dafür tun", versprach Kovac und gab für die Partie an diesem Dienstag (20.00 Uhr/Sky) das Motto aus: "Visier hoch und Attacke!"

Der Ärger über den verschenkten Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist bei Kovac verraucht. "Wir haben das abgehakt", versicherte er am Montag. "Morgen bietet sich die Möglichkeit, es in eine bessere Richtung zu drehen. Wir wollen den Kölnern das Leben schwer machen."

Allerdings stellt sich neutralen Beobachtern die Frage, wer den FC in Verlegenheit bringen soll. Die Hessen haben seit 349 Minuten kein Tor mehr erzielt und nach der Winterpause insgesamt erst viermal getroffen – so wenig wie kein anderes Team der Liga.

Kovac weiß um dieses Dilemma und fordert mehr Konzentration beim Abschluss. "Wir erspielen uns Chancen, aber wir bekommen es bei der Realisierung nicht hin. Ich möchte den Spielern nicht den unbedingten Willen absprechen, aber sie müssen hundertprozentig fokussiert sein. Man muss schon im Training die Gier haben, jeden Ball reinzuschießen", sagte er und kündigte an: "Wir werden das mit unseren Stürmern jeden Tag üben." Das gelang beim 0:0 gegen Mönchengladbach nicht einmal vom Elfmeterpunkt. Vier von fünf Strafstößen haben die Frankfurter in dieser Saison schon vergeben, was Kovac für den Fall eines Elfers zu der Feststellung veranlasste: "Derjenige, der schießt, hat keinen Druck, denn er kann nur gewinnen."

Das gilt angesichts der Negativbilanz für die gesamte Mannschaft. Immerhin liegt auch der letzte Punktgewinn in Köln schon siebeneinhalb Jahre zurück – damals gab es ein 0:0. Damit könnte Kovac auch am Dienstag ganz gut leben. "Wenn die Mannschaft so strukturiert auftritt wie zuletzt, ist es schwierig, gegen uns Tore zu schießen", sagte er.

Allerdings plagen ihn einige Personalprobleme. Kapitän Alexander Meier fehlt weiter wegen einer Fersenverletzung, ein Einsatz von Abwehrspieler Guillermo Varela und Mittelfeldmann Danny Blum ist fraglich. Die größten Sorgen bereitet aber der Ausfall des gelbgesperrten Rechtsverteidigers Timothy Chandler. "Dieses Problem zu lösen ist die bisher schwierigste Aufgabe in dieser Saison", erklärte Kovac. "Er ist nicht eins zu eins zu ersetzen. Da müssen wir versuchen, etwas zu zaubern."

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