Virologe macht wenig Hoffnung

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(dpa). Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit macht Sportfans wenig Hoffung, dass sie in der kommenden Saison wieder massenhaft in die Stadien strömen können. Mit Blick auf ein großes Fußballstadion sagte Schmidt-Chanasit: "Wenn wir da 300 Fans reinlassen, das geht natürlich, die kann man auseinandersetzen, da kann man auch noch halbwegs einschreiten."

Bei größeren Zuschauermengen hingegen werde es schwierig, die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln zu gewährleisten, sagt der Mediziner: "Wenn da 10 000 Fans sind - auch wenn das weniger sind als das maximale Fassungsvermögen - wird das alles schwieriger und es sind dann auch immer mehr Leute dabei, die sich eben nicht an die Regeln halten."

Sehr wichtig sei auch die Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten, wenn es zu einem Corona-Ausbruch kommen sollte, betont Schmidt-Chanasit: "Bei riesigen, unkontrollierten Veranstaltungen weiß ich nicht, wer wann wo war. Wenn ich das nachvollziehen kann, ist das eine zusätzliche Sicherheit. Dann kann ich das im schlimmsten Fall noch irgendwie unter Kontrolle bringen, das ist ja das Entscheidende."

Die Wahrscheinlichkeit einer Virus-Übertragung hänge aber nicht nur von der Zahl der Zuschauer ab, sondern auch von ihrem Verhalten, sagt Schmidt-Chanasit: "Es können 300 Leute auf der Tribüne sitzen, eine Maske tragen und zwei Stunden kein Wort sagen - da ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering", erläutert er. "Auf der anderen Seite sitzen eben eine Stunde Leute vielleicht sogar mit Abstand aber ohne Maske und brüllen eine Stunde - da hilft dann der Abstand von 1,50 Metern auch nur noch sehr begrenzt, weil Tröpfchen eben auch mal weiter fliegen können." Außerdem sei das Risiko in einer Halle größer als bei Veranstaltungen im Freien, meint Schmidt-Chanasit.

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