Stefan Luitz führt nun nach den vielen Rücktritten die alpine DSV-Garde im Weltcup an. FOTO: DPA
+
Stefan Luitz führt nun nach den vielen Rücktritten die alpine DSV-Garde im Weltcup an. FOTO: DPA

Viele Fragezeichen

  • vonSID
    schließen

(sid). Die Reise ins Ungewisse beginnt zumindest an einem bekannten Ort. Das österreichische Sölden ist wie in jedem Jahr Schauplatz der ersten Weltcup-Rennen der alpinen Ski-Rennläufer - und doch wird am kommenden Wochenende alles anders sein. Im vielleicht doch nicht mehr so ewigen Eis des Rettenbachgletschers findet ein Lackmustest statt: In Zeiten von Corona und damit drohender Absagen steht nicht weniger als die Zukunft des gesamten Wintersports auf dem Prüfstand.

Dabei geht es in diesem WM-Winter nicht um den Sport an sich, nicht um Sieger oder Besiegte. "Die Fokussierung muss darauf liegen, dass überhaupt etwas stattfinden kann. Wenn wir nicht präsent sind, gehen 80 Prozent der Verbände pleite. Dann ist der Wintersport tot", sagte Wolfgang Maier, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), im Gespräch mit dem SID. Daher seien internationale wie nationale Verbände erst mal geradezu "davon getrieben, dass etwas stattfinden kann".

Die Angst ist verständlich: Ohne Rennen gibt’s kein Geld von Sponsoren oder vom Fernsehen. Für den DSV hieße dies: Finden gar keine Weltcup-Wettbewerbe statt, fehlen ihm 93 Prozent seiner Einnahmen. Nur sieben Prozent des Etats in Höhe von fast 37 Millionen Euro sind durch öffentliche Gelder gedeckt. Für den DSV ist es daher überlebenswichtig, dass seine zehn Weltcups bei Alpinen und Nordischen stattfinden - nur so kann er trotz der Corona-Pandemie Einnahmen generieren.

Sölden ist nun der erste Ort, der die Corona-Richtlinien des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) ebenso umsetzen muss wie die Vorgaben lokaler, regionaler und nationaler Behörden. Die Hygienemaßnahmen werden rigoros sein, alle beteiligten Gruppen sollen strikt getrennt werden. "Es wird ein Testlauf werden", sagt Maier. Er erwartet eine Antwort auf die Frage, "ob und wie wir danach in eine Weltcup-Saison starten können". So richtig los geht es ja erst im Dezember.

Logistisch wird der Weltcup-Winter ein Albtraum werden. Das gilt allein schon für die verpflichtenden Tests, die nicht älter als 72 Stunden sein dürfen. Sportler und Betreuer reisen freilich praktisch permanent umher und passieren dabei in der Regel auch Ländergrenzen. "Der DSV", versichert Maier, "wird die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, sofern das in seiner Macht steht." Das hört sich allerdings wesentlich einfacher an, als es in der Realität ist.

Junges Aufgebot

Mit Lena Dürr, Stefan Luitz und Alexander Schmid an der Spitze geht ein junges deutsches Aufgebot in Sölden an den Start. Der (DSV nominierte neben den drei erfahrenen Wintersportlern noch Jessica Hilzinger, Andrea Filser, Lisa Loipetssperger und Fabian Gratz für den traditionellen Start in den Winter im Ötztal, wie am Dienstag mitgeteilt wurde.

Im Sommer hatte Viktoria Rebensburg ihre Karriere beendet. Vor der Olympiasiegerin waren darüber hinaus schon Christina Ackermann, Veronique Hronek, Fritz Dopfer, Dominik Stehle, Benedikt Staubitzer und Klaus Brandner zurückgetreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare