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Verzweiflung bei RB Leipzig

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Leipzigs Trainer Jesse Marsch steht auch heute bei Union Berlin nicht an der Linie. IMAGO © Imago Sportfotodienst GmbH

(sid). Die Miene von Jesse Marsch verfinsterte sich, als er zu seinem ebenso selbstkritischen wie emotionalen Monolog ausholte. »Ich habe sicher Fehler gemacht, wir haben alle Fehler gemacht«, sagte der weiter in häuslicher Quarantäne sitzende Trainer des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig in seiner minutenlangen Ansprache: »Ich weiß, dass es Fragen zu meinem Job gibt.

Das ist ganz normal. Ist es eine Möglichkeit, dass es nicht genau passt? Wir müssen das fragen. Aber ich gebe das Beste für diese Gruppe.«

Die angespannte Corona-Lage, aber vor allem die besorgniserregende sportliche Situation seien »alles andere als einfach«, führte er weiter aus: »Ich kriege viel Kritik, das muss so sein. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich alleine bin.« Er führe einen »offenen Austausch« mit seinen Vorgesetzten: »Ich spüre keinen Druck.« Und dennoch gelte es, einen weiteren Rückschlag im Ostduell bei Union Berlin am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) zu vermeiden, es gebe »keine Ausreden«. Auch wenn Marsch selbst weiter nicht von der Seitenlinie aus helfen kann. Da auch Achim Beierlorzer unter der Woche einen positiven Schnelltest ablieferte, war die Besetzung des Aushilfstrainerpostens einen Tag vor dem Spiel noch unklar. Geben die PCR-Tests bei Beierlorzer nicht rechtzeitig Entwarnung, müsste Marschs zweiter Assistent Marco Kurth beim Tabellenachten an der Seitenlinie aushelfen.

Der im Sommer erst aus Salzburg gekommene Coach zeigte sich angesichts der schwankenden Leistungen seines Teams ratlos. »Die Kons-tanz ist unser Thema«, erklärte Marsch: »Wenn man sich die fünf, sechs besten Spiele von uns anschaut, sagt jeder: Das ist eine Spitzenmannschaft. Viele Tore, komplett dominant. Aber wenn man die schlechten Spiele anschaut, denkt man, was macht der Trainer mit dieser Gruppe.« Das Duell mit Union komme nun »in einer Situation, in der wir verzweifelt sind«. Es gehe deshalb in Berlin in erster Linie darum, »in den Bereichen Disziplin, Konzentration, Klarheit, Mentalität und Kampf das Beste abzurufen«.

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