Nach dem Ausfall von Mats Hummels setzen die Dortmunder für das Champions-League-Spiel in Brügge auf Rückkehrer Erling Haaland. FOTO: DPA
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Nach dem Ausfall von Mats Hummels setzen die Dortmunder für das Champions-League-Spiel in Brügge auf Rückkehrer Erling Haaland. FOTO: DPA

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Für Borussia Dortmund und RB Leipzig stehen in Brügge und gegen Paris Schlüsselspiele auf dem Weg ins Achtelfinale der Champions League an.

Erst das Schlüsselspiel beim Blitztrip nach Brügge gewinnen, dann die Bayern im Ligagipfel fordern: Auch ohne den zuletzt überragenden Abwehrchef Mats Hummels ist der Auftrag von Borussia Dortmund auf der ungewöhnlich kurzen Reise ins Corona-Risikogebiet klar. Mit einem Erfolg im wegweisenden Duell beim FC Brügge will der Vizemeister Kurs auf das Achtelfinale in der Champions League nehmen und nebenbei weiteres Selbstvertrauen für das Topspiel gegen Bayern München tanken. "Es ist sehr gefährlich, was wir machen. Wir sind am Limit. Wir wollen nicht lange dort bleiben. Aber es ist ein wichtiges Spiel für uns. Darauf konzentrieren wir uns", sagte ein nachdenklicher Trainer Lucien Favre vor der Begegnung beim belgischen Meister am Mittwoch (21 Uhr/Sky). Lizenzspielerchef Sebastian Kehl freut sich hingegen auf "eine interessante und spannende Woche, in der wir einiges bewegen können".

Bei RB Leipzig und Paris St. Germain ist derweil das erwartungsfrohe Kribbeln vor dem zweiten Rendezvous in hektische Nervosität umgeschlagen. Die Sachsen suchen verzweifelt nach ihrer Topform und stehen am Mittwoch massiv unter Siegzwang, Paris beklagt den Ausfall des Zauberduos Neymar/Kylian Mbappe und sieht sich als Opfer der Belastungsspirale. 78 Tage nach dem Halbfinal-Duell in der Champions League haben beide Klubs mit anderen Problemen zu kämpfen, als sich großartig mit Revanche-Gedanken zu beschäftigen.

"Wir haben gewisse Lehren aus dem Halbfinale gezogen", sagte Julian Nagelsmann zwar, doch die 0:3-Lehrstunde gegen das Pariser Starensemble beim Finalturnier der Königsklasse in Lissabon ist für den RB-Trainer nicht mehr die größte Motivation. Es ist das mögliche Gruppen-Aus, das nach der 0:5-Klatsche bei Manchester United droht. Entweder im Heimspiel (21.00 Uhr/live DAZN) oder drei Wochen später in Paris müsse sein Team "einen Pflichtsieg" einfahren, forderte Nagelsmann, "wenn wir in der Gruppenphase weiterkommen wollen".

Vor einer Woche wäre RB vermutlich sogar als Favorit ins Spiel gegangen, Leipzig thronte an der Tabellenspitze der Bundesliga und fühlte sich fast unbesiegbar. Doch die zwei Niederlagen in Manchester und in Mönchengladbach (0:1) nagen mächtig am Selbstvertrauen der "Bullen". Hinzu kommt der öffentliche Druck.

"Das Nagelsmann-Tief", titelte jüngst die "Bild" - wohlgemerkt nach zwei (!) Niederlagen. Die Neuzugänge wie Alexander Sörloth oder Hwang Hee-Chan werden medial infrage gestellt, das Fehlen von Ex-Torjäger Timo Werner (inzwischen FC Chelsea) wird wieder verstärkt thematisiert.

Sorgen hat auch Thomas Tuchel. "Man tötet die Spieler", sagte der PSG-Trainer angesprochen auf die enorme Belastung in dieser Saison. Wahrscheinlich war die drastische Aussage seinem nicht ganz perfekten Französisch geschuldet, doch Tuchel ist spürbar verärgert.

Kein Wunder: Nach Neymar (Adduktorenprobleme) fällt in Mbappe (Oberschenkelverletzung) auch sein zweiter Ausnahmespieler für die Partie in Leipzig aus. Außerdem fehlen Julian Draxler, Marco Verratti, Mauro Icardi und Juan Bernat.

So viele Ausfälle hat BVB-Trainer Favre für den heutigen Mittwochabend zwar nicht zu beklagen, doch das Fehlen von Hummels (Oberschenkelverletzung) ist bitter. Dafür steht Torjäger Erling Haaland nach überstandenen Knieproblemen wohl wieder zur Verfügung. Der Norweger will seine bemerkenswerte Bilanz von zwölf Treffern in zehn Spielen in der Königsklasse weiter ausbauen und damit die Tür zur K.-o.-Runde aufstoßen. "Wir haben die Chance, uns in eine sehr gute Ausgangsposition zu bringen", sagte Nationalspieler Julian Brandt.

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