Verlängerung bei Gericht

  • vonDPA
    schließen

(dpa). Im zähen Zank um die Teilnahme am DFB-Pokal rund um den Fußball-Drittligisten Türkgücü München geht die Verhandlung vor dem Landgericht München I in die Verlängerung. Nach rund dreieinhalbstündiger mündlicher Sitzung am Montag entschied die Kammer, ein Urteil erst am Mittwoch (15 Uhr) zu verkünden. Damit herrscht weiter Unklarheit, ob denn nun wie vorgesehen der 1. FC Schweinfurt 05 oder eben Türkgücü als Kläger im DFB-Pokal gegen Schalke 04 antreten darf. Und selbst nach dem Richterspruch könnte das juristisch einmalige Gerangel weitergehen.

"Die eineinhalb Tage nehmen wir uns jetzt einfach", sagte die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz am Montag. In der Causa geht es darum, dass der Bayrische Fußballverband (BFV) während der Corona-Zwangspause entschied, Türkgücü als Führenden der unterbrochenen Regionalliga für den Aufstieg in die 3. Liga zu melden. Als Kompromiss sollten die zweitplatzierten Schweinfurter im DFB-Pokal antreten dürfen; auf jenem Startplatz, der dem bayerischen Amateurmeister - also dem Regionalliga-Sieger - zufällt. Dagegen klagte Türkgücü und sorgte für Aufsehen.

"Ich gehe davon aus, dass wir diese ganze Geschichte gewinnen werden", sagte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny nach der Sitzung, an der sein Vereinspräsident Hasan Kivran nicht teilnahm. Türkgücü unterstrich, dass der BFV-Beschluss zur Teilnahme am DFB-Pokal so auszulegen sei, dass nicht die Schweinfurter gegen Schalke antreten dürfen. Das Match war im September verschoben worden, nachdem das Landgericht die Einstweilige Verfügung ausgesprochen hatte. Türkgücü geht es um das Antrittsgeld von 110 000 Euro plus 30 000 Euro Corona-Bonus sowie um das Prestige. Außerdem ist der Verein beleidigt, weil Schweinfurt die Tauglichkeit Türkgücüs für die 3. Liga angezweifelt hatte.

Die Vertreter des BFV hatten versucht darzulegen, dass doch mit einem Beschluss im Mai deutlich gemacht worden sei, dass Türkgücü bei einem Aufstieg in die 3. Liga nicht mehr als Amateurvertreter für den Pokal infrage komme. "Das war jedem klar", beteuerte Verbandschef Rainer Koch. Richterin Lutz bemängelte, dass in den vom BFV eingereichten Unterlagen etliche Erklärungen fehlten. Die Türkgücü-Anwälte hielten dagegen, der final entscheidende Beschluss sei erst in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" im September erfolgt. Wie auch immer das Urteil am Mittwoch ausfällt - Türkgücü-Boss Kivran hat im Vorfeld angekündigt, bei einer Niederlage in die nächste Instanz zu gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare