Innerhalb weniger Tage verstoßen Corentin Tolisso (oben) vom FC Bayern München und Matheus Cunha von Hertha BSC Berlin gegen die Corona-Regeln. 	FOTOS: AFP/DPA
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Innerhalb weniger Tage verstoßen Corentin Tolisso (oben) vom FC Bayern München und Matheus Cunha von Hertha BSC Berlin gegen die Corona-Regeln. FOTOS: AFP/DPA

Vereinsbosse stinksauer

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(sid). Erst Breel Embolo mit seinem nächtlichen Ausflug, jetzt Corentin Tolisso und Matheus Cunha mit ihren Tattoo-Vergehen: Einige wenige Bundesliga-Profis sorgen mit ihren Verstößen gegen die Corona-Regeln für reichlich Ärger - und erweisen der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Pandemie- und Lockdown-Zeiten einen Bärendienst. Dabei hatte DFL-Chef Christian Seifert die Profiklubs zuletzt noch einmal eindringlich zu »Aufmerksamkeit und Disziplin« aufgefordert.

Entsprechend sauer war Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf Tolisso. Der Weltmeister ließ sich in der vergangenen Woche ein Tattoo am rechten Unterarm stechen. »Dieser Verstoß ist sehr ärgerlich und auf keinen Fall zu tolerieren«, sagte Rummenigge. Der Franzose erhalte deshalb eine »empfindliche Geldstrafe, den Betrag werden wir für soziale Zwecke spenden«. Auch Bayern-Trainer Hansi Flick sprach von einem »No-Go«.

Tolisso habe aber verstanden, so Sportvorstand Hasan Salihamidzic bei Sky, »dass er einen Fehler gemacht hat«. Auch Matheus Cunha von Hertha BSC hatte sich zuletzt unter Missachtung der strengen DFL-Hygienemaßstäbe ein Tattoo stechen lassen und war von den Berlinern ebenfalls mit einer Geldstrafe belegt worden. Zuvor war schon Mönchengladbachs Profi Embolo wegen eines nächtlichen Ausflugs massiv in die Kritik geraten.

Auch der Schweizer wurde vom Verein mit einer hohen Geldstrafe kräftig zur Kasse gebeten. Angebliche Friseur-Besuche von Profi-Fußballern sorgten zudem für Schlagzeilen in Deutschland. Dabei steht die Liga unter besonderer Beobachtung.

Der FC Bayern sei »sehr dankbar, dass die Spiele der Fußball-Bundesliga derzeit trotz der vorherrschenden Corona-Situation stattfinden können«, betonte Rummenigge: »Voraussetzung dafür ist, dass sich Spieler, Trainer und Betreuer vorbildlich an die Regeln des Hygienekonzeptes der DFL halten.«

Darauf hatten vor zwei Wochen auch Seifert und DFL-Direktor Ansgar Schwenken die 36 Profiklubs in einem Schreiben noch einmal eindringlich hingewiesen. »Die aus der COVID-19-Pandemie resultierenden Rahmenbedingungen zur Durchführung des Spielbetriebs erfordern weiterhin höchste Aufmerksamkeit und Disziplin. Über die im Konzept festgehaltenen Vorgaben hinaus wissen Sie um die hohe öffentliche Aufmerksamkeit für den Fußball und damit speziell auch für das Verhalten der Spieler auf sowie abseits des Rasens und erst recht in diesen Zeiten eines ausgewiesenen Lockdowns«, hieß es in dem Schreiben, das der »kicker« veröffentlichte.

Die Vereine wurden deshalb aufgefordert, Spieler und Betreuer »sowie Ihre weiteren Angestellten für die hohe Bedeutung der Umsetzung dieser Maßnahmen sowie des gesamten medizinisch-hygienischen Konzepts« zu sensibilisieren.

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