Verdienstkreuz für Herrmann?

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(sid). Nach 80 Tagen selbstgewählter Einsamkeit auf den Weltmeeren prasselte es unaufhörlich auf Boris Herrmann ein. Ehefrau und Tochter konnte er gerade noch herzen, da wartete ein Interview-Marathon auf den tragischen Helden der Vendee Globe. Am Freitag sprang dem Weltumsegler dann sein Konterfei auf den Titelseiten zahlloser Tageszeitungen entgegen - und womöglich erhält der Fünfte der prestigereichen Regatta um die Welt sogar bald das Bundesverdienstkreuz.

Niels Annen, Staatsminister im Auswärtigen Amt, bestätigte dem sid einen entsprechenden Vorschlag bei der Hamburger Staatskanzlei. .Doch nicht nur wegen seines sportlichen Erfolgs könnte Herrmann diese hohe Auszeichnung durch den Bundespräsidenten zuteil werden. Auf seiner Weltreise hatte der Segler auch wissenschaftliches Messgerät geladen, um Daten zum C02-Gehalt, zur Temperatur und dem Salzgehalt des Wassers aufzuzeichnen.

Kontakt mit Eigner des Fischkutters

Herrmann hat derweil Kontakt mit dem Eigner des spanischen Fischkutters aufgenommen, mit dem er bei der Vendée Globe zusammengestoßen war. "Ich habe den Schiffseigner angerufen und erst einmal gefragt, ob alles okay ist", sagte Herrmann. "Wir haben uns nett unterhalten. Auf jeden Fall keine Vorwürfe von meiner Seite." Kapitän Josu Zaldumbide hatte versichert, dass das AIS, durch das Schiffe ihre Navigations- und Schiffsdaten austauschen, bei ihm eingeschaltet gewesen sei. Herrmann hatte das angezweifelt. "Er hat recht", erklärte der 39-Jährige nun. "In der Hast der Situation habe ich das als die einfachste und naheliegendste Erklärung wahrgenommen, weil ich schon das ein oder andere Fischerboot gesehen habe, das kein AIS an hatte." Nach der folgenreichen Kollision konnte Herrmann nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit weitersegeln. Dadurch verpasste er den erhofften Podiumsplatz und wurde am Donnerstag nach über 80 Tagen und 28 000 Seemeilen Fünfter.

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